B2BEST Barometer: Mehr Budget, gleiche Baustellen – wo KI im deutschen B2B wirklich steht

Aktuelle Studie von ECC KöLN, synaigy und VTEX: 85 Prozent der Großhändler und Hersteller erhöhen ihre KI-Budgets. Gleichzeitig haben sich die größten Implementierungshürden seit 2024 nicht verändert. Erfolgsmessung bleibt die Ausnahme.

Köln, 29. April 2026 – Künstliche Intelligenz hat sich im deutschen B2B-Geschäft fest etabliert. Das belegt das neue B2BEST Barometer, für das das ECC KÖLN im März 2026 insgesamt 200 Großhändler und Hersteller befragt hat. Die Studie entsteht in Zusammenarbeit mit der AI-Digital-Agentur synaigy und wird von der globalen Commerce-Plattform VTEX unterstützt.

Die Ergebnisse zeichnen ein differenziertes Bild: Während die Investitionsbereitschaft deutlich zunimmt und der praktische Einsatz von KI-Lösungen in nahezu allen Bereichen wächst, bleiben grundlegende Herausforderungen bei der Umsetzung seit zwei Jahren unverändert.

Investitionsbereitschaft auf neuem Höchststand

54 Prozent der befragten Unternehmen stufen KI bereits heute als sehr oder äußerst relevant für das eigene Geschäft ein. 2024 lag dieser Wert noch bei 49 Prozent. Für die kommenden fünf Jahre erwarten 85 Prozent eine hohe Bedeutung von KI. Das ist ein deutlicher Anstieg gegenüber 2024 (75 Prozent). Diese Einschätzung schlägt sich auch in den Budgets nieder. 85 Prozent der Unternehmen planen, ihre KI-Investitionen bis 2027 zu erhöhen. 27 Prozent davon sogar deutlich.

Im Vergleich zu 2024 ist der Einsatz von KI-Lösungen in vielen Bereichen deutlich gestiegen. An der Spitze stehen Chatbots und virtuelle Assistenten mit 48 Prozent (2024: 39 Prozent), gefolgt von automatisierter Dokumentenerstellung mit 45 Prozent (2024: 36 Prozent) und der automatischen Verbuchung von Zahlungseingängen mit 44 Prozent. Darüber hinaus setzen 41 Prozent der Unternehmen KI für automatisierte Produktbeschreibungen ein, 39 Prozent für die Automatisierung interner Workflows und 37 Prozent für die Anreicherung von Produktdaten im PIM-System.

Damit wird deutlich, dass generative KI-Anwendungen im B2B rasant an Bedeutung gewinnen und das Einsatzspektrum über einfache Automatisierung hinaus verschieben.

Umsetzungshürden seit 2024 unverändert

Trotz der wachsenden Investitionsbereitschaft haben sich die größten Herausforderungen bei der KI-Implementierung seit zwei Jahren nicht verändert. Die Integration in bestehende IT-Systeme bleibt mit 44 Prozent die meistgenannte Hürde (2024: 43 Prozent). Datenschutz- und Sicherheitsrisiken folgen mit 37 Prozent (2024: 39 Prozent), die hohe technische Abhängigkeit mit 30 Prozent (2024: 34 Prozent).

Hinzu kommt, dass die systematische Messung des KI-Erfolgs in der Breite kaum stattfindet. Die Mehrheit der Unternehmen erhebt keine konsequenten KPIs für ihre KI-Initiativen. Damit fehlt vielen Organisationen die Grundlage, um den tatsächlichen Mehrwert ihrer Investitionen zu bewerten und KI-Projekte gezielt zu skalieren.

Die Daten sind eindeutig: Der Wille ist da, das Geld ist da, aber an den Grundlagen hat sich seit zwei Jahren nichts geändert. Das ist, als würde man sich jedes Jahr ein besseres Auto kaufen, aber nie die Straße reparieren. Wer KI nicht in seine Commerce-Architektur integriert und den Erfolg nicht misst, investiert in Hoffnung statt in Wettbewerbsfähigkeit.

Joubin Rahimi CEO  synaigy

Vom KI-Einsatz zur KI-Wertschöpfung

Für synaigy unterstreichen die Studienergebnisse eine zentrale Beobachtung aus der eigenen Projektpraxis: Die Frage ist nicht mehr, ob B2B-Unternehmen KI einsetzen, sondern wie tief KI in die Wertschöpfung integriert ist. Dynamische Preissteuerung, datengetriebene Sortimentsplanung und KI-gestützte Kundeninteraktion über alle Kanäle sind technologisch verfügbar. Die Studie zeigt, dass der Unterschied zwischen Vorreitern und Zögerern nicht im Budget liegt, sondern in der strategischen Verankerung und konsequenten Erfolgsmessung.

Über das B2BEST Barometer

Im Rahmen des B2BEST Barometers beleuchten dieses Jahr das ECC KÖLN und synaigy quartalsweise die Stimmung im Großhandel und B2B-Vertrieb sowie aktuelle Trendthemen der Branche. Für die vorliegende Ausgabe (Q1 2026) wurden im März 2026 insgesamt 200 Großhändler und Hersteller online befragt. Schwerpunktthema: der Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Unterstützt wird die aktuelle Ausgabe von VTEX.

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