#136 - Wie Agentic AI Entwicklungsprozesse wirklich verändert und was du daraus lernen kannst

Agentic AI verändert gerade massiv, wie Commerce-Plattformen gebaut, betrieben und weiterentwickelt werden. Was heute noch nach Zukunft klingt, ist bei Intershop längst Arbeitsalltag: KI, die Code schreibt, Tickets vorbereitet und Teams spürbar entlastet. Doch statt Jobangst geht es um neue Möglichkeiten, schnellere Ergebnisse und smartere Prozesse.

Der Idealfall wäre dass der Coding Agent dann im Hintergrund schon den Bug Fix macht und dann nur noch so einen Pull Request stellt, sodass dann vielleicht der Mensch noch sagt: Ja, sieht gut aus, machen wir so.

Nils Breitmann Senior AI Director intershop

Wie Agentic AI den Commerce verändert und warum echte Entwickler trotzdem bleiben

Die Commerce-Welt dreht sich schneller denn je. Während viele Unternehmen noch damit beschäftigt sind, ihre Systemlandschaften zu modernisieren, setzen einige Player bereits auf den nächsten großen Schritt: Agentic AI. Eine Technologie, die nicht nur Prozesse vereinfacht, sondern ganze Arbeitsweisen transformiert. Ein Unternehmen, das früh auf diesen Zug aufgesprungen ist, ist Intershop. Und das Spannende daran ist: Die Reise beginnt gerade erst.

Stabilität trifft Zukunft: Warum Commerce-Plattformen heute beides sein müssen

Commerce-Systeme haben sich über Jahrzehnte entwickelt. Die Basis muss sitzen, denn ohne solide Struktur bringt dir die smarteste KI nichts. Intershop zeigt, wie modern das Zusammenspiel aus klassischen Komponenten und neuen AI-Layern sein kann.

Die Kernidee ist dabei klar: Eine durchdachte Architektur schafft die Grundlage, auf der Agenten, Co-Piloten und datengetriebene Automatisierungen aufbauen können. Statt in eine Microservice-Flut abzurutschen, setzt Intershop auf größere, austauschbare Komponenten, die Stabilität und Weiterentwicklung ideal vereinen.

Zwischen diesen Bausteinen entsteht ein System, das dir als Unternehmen echte Vorteile bringt, etwa durch:

·      automatisierte Verarbeitung von Bestelldaten,

·      intelligente Anreicherung von Produktinformationen,

·      oder agentenbasierte Abläufe, die Routineprozesse selbstständig abarbeiten.

Agenten im Maschinenraum: Wie Entwickler mit KI ihre Arbeit transformieren

Spannend wird es, wenn du hinter die Kulissen schaust. Intershop hat ein eigenes KI-Team aufgebaut, lange bevor Agentic AI Mainstream wurde. Das Ziel ist es Entwickler zu entlasten, die Geschwindigkeit zu erhöhen und gleichzeitig Qualität zu sichern. Ein zentraler Baustein ist der GitHub Copilot in Agent Mode. Entwickelnde müssen nicht mehr jeden Code selbst tippen. Stattdessen beschreiben sie, was erreicht werden soll und die KI erstellt die passende Implementierung. Natürlich hat auch diese Technologie ihre Grenzen. Gerade in komplexen, über Jahre gewachsenen Codebasen fühlt sich der Copilot manchmal noch wie ein Junior, der am ersten Arbeitstag versucht, 200.000 Zeilen Java zu verstehen. Aber genau hier setzt Intershop an. Mit systematischem Wissensaufbau, Dokumentation und KI-Training soll der Agent zu einem echten Senior-Entwickler aufsteigen. Und das langfristige Ziel ist es ein Coding-Agent zu bauen, der eigenständig Fixes erstellt und als Pull Request vorschlägt. Du prüfst nur noch und gibst frei.

Wenn Support auf KI trifft: Was passiert, wenn Tickets plötzlich “mitdenken”?

Ein besonders greifbares Beispiel für den Einsatz von KI ist das Ticket-Handling. Support-Fälle werden automatisch von einer AI vorbereitet: Sie durchsucht Dokumentationen, bekannte Bugs, ähnliche Fälle und erstellt einen strukturierten Überblick inklusive Lösungsansätzen.

Das Ergebnis:

·      Support-Mitarbeiter finden schneller die Spur.

·      Entwickler starten nicht mehr beim weißen Blatt.

·      Fehlerquellen im Wissen oder in der Doku werden sichtbar.

Natürlich gibt es auch Momente, in denen die KI schlicht Unsinn ausspuckt und das Team lacht dann gern über Empfehlungen, die komplett danebenliegen. Aber genau diese Mischung aus Irritation und Erkenntnis führt dazu, dass Wissenslücken sichtbar werden und sich Prozesse verbessern. Wertvoller wird es mit jedem Durchlauf.

Wie sich Developer-Rollen verändern und warum das kein Jobkiller ist

Wenn Maschinen plötzlich Code schreiben, stellt sich eine Frage automatisch: Braucht es uns Menschen überhaupt noch? Die Antwort lautet: unbedingt. Aber anders. Rollen verschieben sich. Entwickler werden zunehmend zu “Agent Managern”, die Aufgaben klar definieren, Qualität prüfen und Systeme orchestrieren. Das klingt vielleicht ungewohnt, aber es ist einfach die logische Konsequenz aus smarter Automatisierung. Und ganz ehrlich: Viele Entwickler kennen das schon. Manche Kollegen brauchen extrem präzise Briefings, damit sie effizient arbeiten können. KI unterscheidet sich hier kaum – je besser du sie anleitest, desto besser wird das Ergebnis. Ein schöner Nebeneffekt ist, dass du KI auch für dein eigenes Briefing einsetzen kannst, indem du Ideen unterwegs ins Smartphone sprichst und dir anschließend ein sauber strukturiertes Aufgabenpaket generieren lässt.

Wachstumsschub durch KI: Wie viel mehr Output ist möglich?

Wie viel mehr Produktivität möglich ist, lässt sich heute kaum beziffern. Aber die Effekte werden sichtbar:

  • schnellere Bugfixes,
  • mutigere Technologieentscheidungen,
  • weniger Hemmschwelle bei neuen Programmiersprachen,
  • mehr Qualität bei weniger Aufwand.

Im Projektgeschäft bei uns sieht man bereits heute 30 bis 40 Prozent weniger Aufwand, bei gleichzeitig höherer Qualität. Und auch bei Intershop steigt der Output – wie stark genau, wird sich erst mit der Zeit zeigen. Das Potenzial ist jedenfalls enorm.

Was Unternehmen jetzt tun sollten – praxisnaher Rat aus der KI-Frontlinie

Für Unternehmen, die den Schritt in Richtung Agentic Commerce wagen wollen, gibt es klare Empfehlungen:

  1. Erst kaufen, dann bauen: Investiere in Lösungen, die bereits solide funktionieren, statt alles komplett neu aufzusetzen.
  2. Partner einbinden: Viele Anforderungen sind individuell – hier helfen Implementierungspartner, die nahe an deinen Prozessen arbeiten.
  3. Use Cases priorisieren: Nicht jede KI-Anwendung erzeugt sofort echten Wert. Fange dort an, wo der Impact spürbar ist.
  4. AI-Workshops nutzen: Sammle Problemfelder, priorisiere sie und entwickle gemeinsam Lösungsräume.

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Hier ist der Inhalt:

Joubin Rahimi

Grandios, dass ihr wieder dabei seid zu einer neuen Folge von insights! Mein Name ist Joubin, Joubin Rahimi und heute mit dabei: Nils Breitmann von Intershop. Hi Nils, schön, dass du wieder da bist.

 

Nils Breitmann

Hi Joubin, schön, hier zu sein. Also ich bin Nils von Intershop. Intershop macht so eine Commerce-Plattform für Agentic B2B. So nennen wir das. Und ich bin dort zuständig für AI, einerseits, wie wir es in unseren Produkten einsetzen, aber andererseits auch, wie wir es intern in unsere eigenen Entwicklungen und Prozessen einsetzen. Und darüber können wir jetzt mal ein bisschen reden.

 

Joubin Rahimi

Genau, und das ist der zweite Punkt, wo wir heute reingehen, aber du hast ja so eine Agentic AI-Commerce-Plattform. Ich finde, ihr seid eine der ältesten, glaube ich, Plattformen, die auf dem Markt sind. Und es gab ein Buch, Elephant Can't Dance. Ihr seid jetzt kein Elefant, aber ihr habt euch da total gewandelt und seid immer mit der Zeit gegangen und nicht stehengeblieben. Genau.

 

Nils Breitmann

Die solide Basis ist natürlich trotzdem noch wichtig. Wir sagen, so ein Composable-Commerce-Component ist erst mal wichtig. Wir sagen auch nicht so hier, 1000 Microservice ist das nicht unser Ding, sondern auch größere Komponenten, wo man auch was austauschen kann, die richtige Granularität ist dann wichtig. Natürlich Daten, die man daraus ziehen kann. Klassisch Bestellung kann man schon unglaublich viel machen. Und da oben drüber dann eben Co-Piloten und Agenten, die Co-Piloten, die direkt im Eins zu Eins unterstützen und Agenten, die dann auch Arbeit erledigen können, die Produktdaten anreichern.

 

Joubin Rahimi

Genau, das macht er ja, aber die Frage ist ja: Wie kommt der da drin? Wir haben im Vorfeld ja darüber gesprochen: Gibt es die Agenturen noch zukünftig? Gibt es euch als Hersteller und andere Hersteller auch, weil ich könnte ja alles mal prompten und dann erstellt mir so ein System so eine Commerce-Plattform. Also ich glaube eher, dass ihr euer Modell stabiler und robuster habt als unser's, aber du beschäftigst dich ja auch damit.

 

Nils Breitmann

Genau. Also ich bin erst mal. Ich sehe, momentan ist das noch total so, dass wir Agenturen noch brauchen, weil wir sehen, wir stellen von diesen Agenten die Basis zur Verfügung, die ganze Infrastruktur, die Large-Language-Models, das Ganze drumherum, Chat-Flows, alles, was man braucht. Aber wir sehen natürlich, dass es immer eine Agentur geben muss, die das auf die konkreten Kundenanforderungen zuschneidet. Und gerade die Kunden kommen noch auf sehr viele Ideen, auf die wir jetzt selbst gar nicht kommen.

 

Joubin Rahimi

Ich finde es schön, wenn man gebraucht wird. Wobei, ich habe dann noch eine Abbiegung im Kopf, machen wir jetzt aber nicht. Ich würde mich gerne auf das zweite Thema: Ihr entwickelt, ja? Ihr entwickelt ja, ihr habt ein Produkt und du guckst ja auch, wie kann man das Produkt weiterentwickeln und schneller weiterentwickeln. Dafür ist ein Teil deines Teams da. Magst du einmal beschreiben, was ihr da genau macht und was da so der Schwerpunkt ist?

 

Nils Breitmann

Wir haben vor vielleicht schon über einem Jahr so ein dediziertes KI-Team eingeführt, was sich auch um die internen Sachen kümmert hat. So ein erster Schritt war erst mal so Gen AI für alle, sage ich mal, so ein ChatGPT. Wir haben dieses LangDoc verwendet. Da kann man sehr schnell den Mitarbeitern einfach mal Zugang geben. Für alle möglichen Fälle können die es benutzen, generisch. Und dann haben wir natürlich für die Entwickler eingesetzt. Github Copilot haben wir dann konkret benutzt, ausgerollt an alle, auch alle mit Trainings versorgt. Und das ist jetzt auch schon richtig gut geworden. Also GitHub Copilot hat jetzt auch diesen Agent Mode. Das heißt, man kann einfach in natürlicher Sprache auch schreiben, was ich jetzt hier vorhabe, was ich gerne möchte. Und GitHub Copilot fängt dann an, den Code zu schreiben und ich muss eigentlich nur noch „Apply" drücken und dass Sie sagen, ich akzeptiere die Änderung.

 

Joubin Rahimi

Und ist das so, dass man wirklich häufig „Apply" drückt oder „Modify and apply"?

 

Nils Breitmann

So, und da gibt es eben jetzt verschiedene Ausprägungen. Wenn man sagt, man macht jetzt irgendwie ein kleines Stück neues Code, irgendeinen Service für was, dann kann man sehr gut auch in die Richtung gehen, dass wir sagen, ich fasse den Code gar nicht mehr an. Ich sage, ich tue einfach nur noch prompten und starte, guck, ob es läuft. Natürlich bei uns, Intershop ist ja schon eine größere Codebasis. Wir haben so einen Java-basiert, ist sehr viel drin und das ist es eine komplexere Sache. Da hat es auch GitHub-Copilot ein bisschen schwer, natürlich die ganzen Zusammenhänge da drin zu erkennen. Das heißt, es gibt auch Entwickler, die sagen: Das ist jetzt eben noch so ein bisschen auf Niveau Junior-Entwickler, der sich mit Intershop noch nicht auskennt. Und das ist genau das Thema, an dem wir jetzt dran sind, einfach dieses Wissen über die Codebasis und auch, was sind gute Wege, was sind schlechte, wie verwendet man, was sind die Anpassungswege, die jetzt eigentlich vorgegeben sind. Es gibt eine Doku, die dann das alles mit einzubeziehen, diesen GitHub-Copilot als zusätzliches Wissen noch mit an die Hand zu geben, sodass er letztendlich entwickeln soll wie ein Profi  Intershopentwickler.

 

Joubin Rahimi

Und wie lange, glaubst du, braucht das System von euch noch bis es dann genau dieser Typ von Entwickler wird?

 

Nils Breitmann

Wir pushen sehr stark, weil wir natürlich eine riesen Chance sehen, auch mehr Output zu erzeugen. Das heißt, wir haben auch viele Wartungsarbeiten. Wir haben viele Kunden, die auf unserer Plattform laufen. Es gibt dann irgendwie Probleme. Problem-tickets werden eskaliert vom Support, sie müssen gelöst werden. Es geht darum, dann wirklich das schneller zu machen. Der Idealfall wäre es aktuell, dass der Coding Agent dann im Hintergrund schon den Fix eigentlich macht, schon programmiert, ganz in Ruhe im Hintergrund und dann nur noch so einen Pull Request stellt, sodass dann vielleicht der Mensch noch sagt: Ja, sieht gut aus, nehme ich ab.

 

Joubin Rahimi

Und das finde ich, diese Vision zu haben, nicht „Ich mache alles wie vorher", sondern „die Anfrage kommt rein" oder „das eskalierte Ticket". Die haben wir schon immer eine gewisse … Wir kennen das ja auch, eine gewisse Qualität. Es ist ja nicht so, dass es dann nicht einfach zwei Zeiler ist, sondern eine gewisse Qualität. Und das dann schon gleich mit ein fixst dann, aber wäre es natürlich nicht smart.

 

Nils Breitmann

Wir sehen eben auch verschiedene Stufen dahin. Die erste Stufe, die wir jetzt gemacht haben, ist erst mal, dass wir jetzt auch diese Tickets einfach automatisch mit AI anreichern, dass AI schon mal recherchiert hat: Was gibt es hier für Doku? Gab es vielleicht schon mal Bugs in der Richtung? Und macht dann einen schönen Problem, möglicher Lösungsvorschlag und dann auch Referenzen, dass das schon mal alles da ist, dass jetzt, wenn der Entwickler das Ticket übernimmt, die Vorrecherche schon passiert ist.

 

Joubin Rahimi

Und das ist auch schon implementiert bei euch? Ja. Und wie ist da deine Erfahrung? Was sagen die Entwickler? Was sagt das Support-Team?

 

Nils Breitmann

Genau, also Support-Team eher positiv, die sagen: Das Ding stößt einen dann auf Punkte, die sie selbst jetzt gar nicht gedacht hätten und das haben nicht gefunden hätten. Der Entwickler sagt dann aber auch gern mal: Guckt mal, was er hier für ein Bullshit empfohlen hat.

 

Joubin Rahimi

Immer schön in die Fehler.

 

Nils Breitmann

Genau. Aber meine Meinung ist, man muss natürlich das ernst nehmen und schauen, wie kann man jetzt vielleicht auch mehr Doku … Vielleicht fehlt einfach die Wissensbasis und es ist schlecht dokumentiert und einfach, dass man das adressiert, aber die Chancen sind einfach zu riesig. Es ist einfach zu beeindruckend, was da passiert.

 

Joubin Rahimi

Ich glaube, das Mindset ist auch total wichtig. Das, was du beschreibst, bekomme ich auch natürlich bei uns mit und bei anderen Firmen. Aber das Mindset so ein anderer Kollege darf Fehler machen, die AI nicht. Richtig. Ja, aber eigentlich geht es ja nicht darum, sondern: Wie kann ich die Arbeit verbessern und schneller machen? Und vielleicht kann ich der AI das ja beibringen, dass es beim nächsten Mal besser ist. Weil da hat man natürlich Angst, dass der eigene Job auch weg ist. Das ist ja auch die Gefahr natürlich, die wir sehen.

 

Nils Breitmann

Ja, und auch eben, dass sich dieser Job eben verändert, dass man eben kein Entwickler mehr ist, der vielleicht in Ruhe ein bisschen Code schreibt, sondern dann eher die Agenten managt, dass man eher auf so ein Manager-Level hochrückt, was man vielleicht nicht will.

 

Joubin Rahimi

Ja klar, du codest nicht, sondern du bist dann halt Manager of Agents.

 

Nils Breitmann

Für mich ist das auch manchmal so, wenn ich mit dem rede, ist es manchmal so wie mit gewissen Kollegen, wo ich sage, die Kollegen muss ich auch alles genau beschreiben. Es gibt Kollegen, die sind sehr exakt, die wollen auch genau die Vorgaben haben und da musst du den reingeben und dann coden die das. Ähnlich ist das mit dem AI-Agenten, dem muss ich es auch geben. Je mehr ich ihm sage, umso besser kann er natürlich die Aufgabe erfüllen.

 

Joubin Rahimi

Aber das mega Coole ist, du kannst die AI auch nutzen, um so ein Briefing zu erstellen. Da war ich häufig morgens im Auto, kann ich nicht tippen und wenn ich dann nicht telefoniere und ich habe dann ein Thema, dann brief ich OpenAI und der erstellt mir dann einfach so ein Briefing, was ich mir noch mal durchlesen kann und dann kann ich es ein, zwei Mal anpassen lassen. Dann habe ich ein Briefing-Dokument, was ich sonst nie gehabt hätte. Das sind ja so diese Verkettung von Informationen.

 

Nils Breitmann

Finde ich auch Wahnsinn. Das habe ich auch schon gemacht, auf dem Weg zur Arbeit, so ein Thema schon mal diskutieren und bei dem Ganzen drüber reden, muss man das durchdenken, sauber formulieren. Und wenn man Wenn man auf Arbeit ist, fasse ich das zusammen und dann … Zack.

 

Joubin Rahimi

Wahnsinn. Wie viel mehr Output glaubst du, bekommt ihr als Company hin?

 

Nils Breitmann

Mein Chef, Markus, hat große Erwartungen. Ich kann es noch nicht sagen. Ich denke, es gibt viele Möglichkeiten. Ich kann es aber jetzt noch nicht in Prozentzahl.

 

Joubin Rahimi

Ja, ist auch schwierig.

 

Nils Breitmann

Und es hängt auch mal ab, in welchem Bereich das ist. Ist jetzt eine Neuentwicklung? Da ist es manchmal besonders beeindruckt, was du mit Wipe Coding einfach komplette Applikationen erzeugen kannst mit Backend, Frontend, dies und das.

 

Joubin Rahimi

Wir sagen, 30, 40% bekommen wir im Projekt jetzt die Aufwände runter, bei höherer Qualität. Das ist natürlich auch mega.

 

Nils Breitmann

Und was auch so ein Effekt ist: Man kann plötzlich Dinge, die man sich vorher gar nicht getraut hat, auch vielleicht mit neuen Programmiersprachen oder Technologien. Das ist so ein Effekt, den man vielleicht gar nicht berücksichtigt, weil plötzlich, man kriegt ja alles schön empfohlen.

 

Joubin Rahimi

Ja, ich glaube, das ist auch ganz großes Thema. Wer Java gemacht hat, der geht immer schnell in PHP und andere Sachen rein. Aber umgekehrt, wer ewig PHP gemacht hat, Onboarding auf eurer Plattform ist dann auch deutlich einfacher, wenn man AI an der Seite hat. Wie geht ihr mit dem Change um? Weil du hast ja gesagt, die Mitarbeiter werden dann ja eine neue Rolle auch einnehmen, über kurz oder lang. Also seid ihr schon da, dass ihr sagt, da müsst ihr euch aktiv drum kümmern? Oder sagst du Ihr seid noch in der ersten Phase, dass ihr gar nicht wisst, wohin es geht und deswegen changet ihr es später.

 

Nils Breitmann

Wir haben das schon vorgedacht. Wir haben extra noch einen Projektmanager für Internal AI, dessen Aufgabe das letztendlich ist, auch die Leute mitzunehmen. Er macht dann auch mal so einen Workshop, holt das Feedback ein, fasst das zusammen, einfach gerade die Leute mitzunehmen.

 

Joubin Rahimi

Wir haben einen AI-Workshop gehalten, bei einem größeren Stahlhändler war das und da war auch die Mitbestimmung mit dabei. Aus allen Fachbereichen waren die Führungspersonen da, inklusive Vorstand. Und da war die Frage: Wie stellt wir typischerweise als Berater sicher, dass alle Mitarbeiter mitgenommen werden? Ist natürlich immer schwierig dieses Wort „alle". Ich werde nie Politiker, habe gesagt: „Gar nicht". Alle geht so oder so nicht. Wir Menschen haben Angst vor Veränderungen typischerweise, Schublade auf. Beständigkeit mögen wir lieber als Wandel. Aber ich sehe jetzt gerade hier und nicht in den Werken, die dann die Gabelstapler fahren, aber gerade hier in die „White Color Work", da wird sich das alles massiv verändert und wir müssen daran arbeiten, dass so ein Mindset reinkommt, dass man sagt: Okay, ich stehe dem offen über, damit ich mich verändere, ganz nach Charles Darwin, nicht der schnellste, nicht der stärkste, nicht der klügste, der sich an diese neue Situation am meisten anpasst. Der wird überlegen und das müssen wir unterstützen.  Das ist doch eine Bombe in dem Meeting. Weiß nicht, aber du hast jetzt auch immer wieder Luft geholt.

 

Nils Breitmann

Ich sage mal, wir haben so ein bisschen einen Top-down-Ansatz, dass wir sagen, wir schaffen die Umgebung, wir besorgen auch die Tools und machen das, was vielleicht der Entwickler unten gar nicht könnte. Aber natürlich sind die auch total wichtig, dass wir so ein bisschen button up. Die haben ja auch tolle Ideen und können schnell mal ein paar Dinge da zusammenschrauben, wo ich auch nur staune, dass wir das auch ermöglichen. Aber das ist ein schwieriges Thema.

 

Joubin Rahimi

Begleitet ihr da auch Kunden? Also ist ja auf der anderen Seite auch für die E-Commerce-Abteilung ist auch eine Veränderung mit all euren Tools, die da reinkommen. Oder sagt ihr, ihr seid Technologieanbieter und das ist auch eine feine Antwort.

 

Nils Breitmann

Was wir auch schon gemacht haben, ist der typische AI-Workshop mit Kunden, wo man mal abfragt: Was sind eigentlich jetzt hier eure Problemfälle? Dann ein bisschen Problemraum priorisieren, dann Lösungsraum, Brainstorm und dort natürlich die eigenen Technologien mit hinlegen, dass man die jetzt auch verwenden kann. Das gibt es schon, aber wir machen das nicht so intensiv. Das ist auch eher Beratungstätigkeit von unseren Partnern.

 

Joubin Rahimi

Meint ihr auch gerade so, reingeflüstert. Da haben wir noch was zu sagen. Wir haben so eine Change-Management-Abteilung ja sogar, weil wir glauben, dass es wichtig ist, das in Kombination zu sehen. Was würdest du denn Kunden empfehlen? Wir haben auch gemeinsame Kunden und nicht alle Kunden haben immer auch eine IT-Abteilung oder eine Softwareentwicklungsabteilung irgendwo drin, also die größeren, die wir ja haben. Was würdest du dort einem, VP Digitalization, CDO, CIO empfehlen, aus deiner Erfahrung jetzt, die du da mitbringst?

 

Nils Breitmann

Ja, natürlich erst mal schauen, was es am Markt einfach schon fertig gibt. Ich bin ja mehr der Verfechter dieses hier buy and build. Man kauft erst mal eine fertige Lösung, die schon einen Feature-Umfang hat, die jetzt einfach passt. Und auf dieser Basis kann man dann natürlich weiterentwickeln und seine persönlichen oder die Fälle der Firma mit adressieren, die da wirklich was bringen, die wirklich einen Wert bringen. Und das üblicherweise dann mit einem Implementierungspartner, der das dann übernimmt.

 

Joubin Rahimi

Immer gerne für den Werbetext, für den dankbar. Aber nicht selber bauen, also nicht anfangen zu sagen-

 

Nils Breitmann

Wir haben es auch gesehen, dass Kunden angefangen haben, von Null zu bauen, gerade wenn sie auch eigene Teams hatten, wenn es größere waren. Haben die zum Beispiel jetzt zu Product Content Anreicherungen haben Kunden auch selbst gebaut, aber man sieht auch schnell, es geht dann auch viel Aufwand rein natürlich und wäre schneller gegangen, wenn jetzt Intershop Product Content Agent benutzt, vielleicht noch ein bisschen Anpassung, da steckt da dem auch schon viel Wissen drin. Am Ende ist Das ist auch gar nicht so trivial, wie man vielleicht im ersten Moment denkt. Das ist total komplex. Man muss ja doch schon so eine Art Deep Search erst mal machen, weil man kennt es von ChatGPT, die machen das automatisch im Hintergrund, aber das jetzt über eine API anzuwenden, dann muss man doch wieder ein paar Verknüpfungen machen, die man so noch nicht kriegt als fertigen Service irgendwo.

 

Joubin Rahimi

Für einen anderen Kunden dürfen wir 2017, 2018 diese Produktanreichung auch angehen. Und da war auch die Vorstellung, man geht ins Internet, holt sich die gesamten Daten. Das ist jetzt aber sieben, acht Jahre her. Das war nicht mit vertretbaren Aufwand machbar. Da haben wir uns aber beholfen, das war ganz witzig, auch gerade bei neuen Produkten, die folgern im Elektrofeld immer in einem bestimmten Modus dieser Artikel-und Seriennummern. Das dann zu erkennen, wie dann so andere sind und dann kannst du sie dir mit den Attributen zusammensetzen oder aus dieser Serie noch mal die Attribute generieren. Das war auch echt cool, aber da waren wir zu früh. Ich würde gerne noch mal den Raum abschließen. Alles wird immer schneller sein. Dieses gesamte Rad ändert sich. Das wird immer schneller mit mehr Ergebnissen. Was sind so die die Erfolgsgeheimnisse, die du siehst? Du bist ja jetzt auch schon länger bei Intershop. Ihr habt euch auch deutlich immer wieder gewandelt. Ihr seid ja immer mit der Zeit gegangen sagen. Und ich finde, dass ist total im Blick auch einmal wert, zu sagen, deswegen sind wir einfach weiterhin so gut unterwegs.

 

Nils Breitmann

Das ist natürlich dieses Megatrendsthema. Also Intershop ist groß geworden damals mit dem Internet Hype.

 

Joubin Rahimi

Hat Otto, glaube ich, ganz am Anfang gemacht.

 

Nils Breitmann

Genau. Das war so: quelle und jetzt ist es eigentlich wieder mit AI. Das ist auch wieder so ein Megatrend, der wird uns noch viele Jahre beschäftigen. Und das erst mal zu erkennen und sich danach auszurichten. Oder ansonsten, was ich jetzt für ein Erfolgskonzept halte, auch immer gucken auf praktische Anwendbarkeit, nicht nur so AI, sondern man muss wirklich konkret reingehen, weil der Teufel steckt immer im Detail. Und wenn man es nicht macht, wird man nie an diesen Punkt kommen.

 

Joubin Rahimi

Und ich glaube, dieses einfach machen und praktisch, das streiche ich noch mal für euch. Danke fürs Zuhören und Zuschauen. Nils, danke dir für die Insights und den guten Talk hier und all die Side Talks, die wir hatten, die ihr nicht seht. Und wenn ihr noch Fragen, Diskussionspunkte habt, gerne Kommentare, Direct Messages an uns. Wir freuen uns, da auch weiter zu diskutieren.

 

Nils Breitmann

Nils, herzlichen Dank. Genau. Danke, dass ich hier sein konnte. Hat Spaß gemacht.

 

Joubin Rahimi

Super. Dito, fand ich auch.

 

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Joubin Rahimi
Managing Partner synaigy GmbH

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