#143 - NPS 84: Wie Flaconi das glücklichste Kundenerlebnis im deutschen E-Commerce baut

In dieser Folge von insights! trifft Joubin Rahimi Bastian Siebers, CEO von Flaconi - der Nummer 1 im digitalen Premium-Beauty-Segment in Deutschland. Bastian bringt 25 Jahre E-Commerce-Erfahrung mit, hat Flaconi in dreieinhalb Jahren zu einem der am schnellsten wachsenden Beauty-Platzhirsche Deutschlands transformiert. Im Gespräch erfährst du, warum der klassische USP-Gedanke eine Lüge ist, wie ein NPS von 84 realistisch erreichbar ist, was hinter dem WE-Commerce-Konzept steckt und weshalb das Motto 'Day One' bei Flaconi für 2026 alles bedeutet.

"Ich weiß nicht, seit 25 Jahren bin ich in der Branche und alle erzählen sich, die Lüge sei anders - und ich stehe davor und denke immer, die haben sie doch nicht alle nochmal. Anders sein ist nichts wert. Anders sein bedeutet dem Kunden irgendwas vorzumachen. Was wir sagen ist, es gibt sogenannte Fitnessfaktoren, die für den Kunden wirklich den Unterschied machen. Und wenn du da richtig gut bist, dann sieht der Kunde das und dann ist der Kunde nachher zufrieden - und wenn er zufrieden ist, kommt er wieder zurück und dann verdienst du auch Geld damit, weil du musst nicht teures Neukundenmarketing machen."

Bastian Siebers CEO flaconi

Value Selling statt USP: Die Lüge, die die Branche am Leben hält

Seit 25 Jahren ist Bastian im E-Commerce. Er hat Konzernstrukturen von innen gesehen, hat mehrere Unternehmen geführt und kennt die Mantras der Branche in- und auswendig. Eines davon hat ihn nie überzeugt, nämlich die Idee, man müsse sich von der Konkurrenz „abheben“, „einzigartig“ sein oder eine „distinctive Positionierung“ entwickeln. „Kein Kunde sucht nach einem anderen Händler“, sagt er. „Der Kunde sucht nach dem besseren Angebot.“ 

Bei Flaconi heißt das Gegenmodell „Value Selling Proposition“. Sei besser in den Dingen, die für den Kunden wirklich den Unterschied machen wie zum Beispiel im Sortiment, im Pricing, in der Technik, im Service. Bastian nennt diese Bereiche „Fitnessfaktoren“. Und Fitness, so sein Argument, sieht der Kunde. Zufriedene Kunden kommen wieder. Und wer zurückkommt, den musst du nicht teuer neu gewinnen. Das ist keine bahnbrechende Erkenntnis, aber Flaconi lebt sie konsequenter als fast jeder andere. 

Doppelter Umsatz. Gleiches Budget. Wie geht das eigentlich?

Die Zahlen, die Bastian im Gespräch nennt, sind bemerkenswert. Flaconi hat seinen Umsatz in den letzten drei Jahren verdoppelt. 30 Prozent Wachstum pro Jahr, während der Rest des E-Commerce seit 2022 kaum zugelegt hat. Und das alles mit demselben Marketingbudget, das schon vor dreieinhalb Jahren zur Verfügung stand. Wie funktioniert das? Die Antwort liegt im Kern seiner Philosophie. Retention ist der Hebel. Wer Kunden hält, braucht weniger Budget, um zu wachsen. Wer Kunden begeistert, bekommt Weiterempfehlungen und das kostenlos. Und wer in eine bessere Customer Experience investiert statt in immer teureres Performance Marketing, baut etwas auf, das sich langfristig auszahlt. 40 Prozent des Flaconi-Gesamtumsatzes kommt heute über die eigene App. Die wichtigsten Wachstumstreiber bei Flaconi im Überblick: - Konsequente Fokussierung auf NPS als Masterkennzahl im gesamten Unternehmen - Retention-Strategie statt Neukundenmarketing als primärer Wachstumshebel - Mobile First: Beauty in your pocket statt Beauty in a Store - KI-gestützter Kundenservice für Skalierung ohne Qualitätsverlust - Langfristige Partnerschaften mit Brands statt kurzfristiger Preiskampf

NPS 84: Die Zahl, die alles verändert

Wer sich mit Net Promoter Score beschäftigt, weiß: 50 gilt als gut. 60 als Goldstandard. 70 als Platin. 80 kennt kaum jemand aus eigener Praxis. Flaconi hat einen NPS von 84 im Schnitt und 86 im Februar. Bastian Siebers nennt diese Zahl seine „Masterkennzahl“.  

Das bedeutet, dass mehr als 84 Prozent der Flaconi-Kunden das Unternehmen aktiv weiterempfehlen würden. Diese Zahl ist das Ergebnis einer Organisation, die jeden Tag daran arbeitet, für den Kunden besser zu werden. Und sie erklärt, warum Flaconi kein teures Neukundenmarketing braucht. Die zufriedenen Kunden erledigen das. 

WE Commerce und Gerda AI: Wenn Menschlichkeit und Technologie kein Widerspruch sind

Flaconi spricht nicht von E-Commerce, sondern von WE Commerce. Das Miteinander zwischen Kunden, Mitarbeitern und Partnern steht im Mittelpunkt der gesamten Strategie. Es klingt nach einem dieser wohlklingenden Framework-Begriffe aus einer Strategiefolie, aber Bastian füllt ihn mit Inhalt. Ein Beispiel: die eigene KI Gerda. Der Name wurde bewusst unaufgeregt gewählt. Gerda beantwortet die „langweiligen“ Fragen im Kundenservice automatisiert: Wo ist mein Paket? Wann kommt meine Lieferung? Heute übernimmt Gerda 20 bis 25 Prozent aller Anfragen - vollautomatisch, freundlich und schnell. Den Unterschied macht, was mit den frei werdenden Ressourcen passiert. Flaconi investiert sie nicht in Kostensenkung, sondern in mehr Menschlichkeit dort, wo Kunden echten menschlichen Kontakt brauchen. Das ist die Logik hinter WE Commerce, denn Technologie schafft Freiraum für das, was wirklich zählt.

Tag drei statt hundert Tage: Mut als Führungsstrategie

Als Bastian vor dreieinhalb Jahren als CEO zu Flaconi kam, hatte er sich vorgenommen, 100 Tage zu analysieren, bevor er handelt. Nach zwei Tagen war er fertig. Am dritten Tag hat er die gesamte Belegschaft zusammengerufen und eine schonungslose Bestandsaufnahme gemacht. Nur Klarheit. Das war das Ruhrgebiet, das da aus ihm sprach - direkt, unverstellt, ehrlich. Für die Berliner Flaconi-Mitarbeiter war das anfangs ungewohnt. Aber Bastian ist überzeugt, dass in jeder Transformation, in jeder Digitalisierung Schnelligkeit und Ehrlichkeit entscheidend ist. Wer zu lange wartet, verschwendet Zeit und Vertrauen. Sein Rat für alle, die vor ähnlichen Situationen stehen: - Sei schnell. Analyse ist gut, aber Lähmung ist schlimmer als ein Fehler. - Sei ehrlich gegenüber deinen Mitarbeitern. Jeder soll wissen, woran er ist. - Akzeptiere, dass nicht alle mitgehen werden - und das ist in Ordnung. - Baue auf die, die bleiben und mitziehen wollen. Sein Vorbild für das Gegenteil? Karstadt Quelle. 120.000 Mitarbeiter, tolle Konzepte, riesige Sortimente und trotzdem grandios gescheitert. „Sie haben die PS nicht auf die Straße bekommen“, sagt Bastian. „Weil ihnen Mut und Geschwindigkeit gefehlt hat.“

Day One: Die größte Angst eines erfolgreichen CEOs

Dreieinhalb Jahre Erfolg, verdoppelter Umsatz, NPS-Rekorde. Man könnte meinen, Bastian Siebers lehnt sich jetzt zurück. Das Gegenteil ist der Fall. Das Motto bei Flaconi für 2026 lautet: „Day One“. 

Wer an Amazon denkt, liegt richtig - die Philosophie ist verwandt. Aber Bastian gibt ihr eine eigene Note. Day One bei Flaconi bedeutet: Hunger. Neugier. Die Bereitschaft, alles in Frage zu stellen, was gestern noch als Erfolgsrezept galt. Seine größte Angst ist nicht die Konkurrenz, nicht die Marktlage, nicht das nächste Wirtschaftstief. Seine größte Angst ist, dass seine Mitarbeiter anfangen, den Erfolg für selbstverständlich zu halten. „Da komme ich um die Ecke, zieh dir am Ohr und sag dir: Nichts ist selbstverständlich.“ 

Diese Haltung verbindet er auch mit KI. Die Chancen von künstlicher Intelligenz schnell zu ergreifen, gehört für ihn genauso zur Day-One-Mentalität wie der Hunger auf den nächsten Wachstumsschritt. Wer wartet, verliert. Wer handelt, gewinnt - oder lernt. Beides ist in Ordnung. 

Was du aus dieser Folge mitnehmen kannst 
Das Gespräch mit Bastian Siebers ist eine Einladung zum Umdenken. Nicht für alle, aber für jeden, der sich ehrlich fragt, ob sein Unternehmen wirklich besser ist als die Konkurrenz oder nur anders. Die wichtigsten Denkanstöße im Überblick: 

  • Vergiss USP. Frag dich: In welchen Fitnessfaktoren bist du wirklich besser als der Wettbewerb? 

  • Messe deinen NPS. Nicht einmal im Jahr, sondern als Masterkennzahl, die tägliches Handeln steuert. 

  • Investiere in Retention, nicht in Neukundenakquise. Zufriedene Kunden sind der günstigste Marketingkanal. 

  • Nutze KI, um Freiraum für Menschlichkeit zu schaffen - nicht, um Kosten zu senken. 

  • Handle schnell. Analyse ist wichtig, aber Lähmung ist teurer als jeder Fehler. 

  • Behalte den „Day One“-Hunger - auch wenn du erfolgreich bist. Gerade dann. 

Geben und Nehmen: Warum Ownership das entscheidende Führungsprinzip ist

Ein weiterer Punkt, der in diesem Gespräch immer wieder durchschimmert: Wie gibt man Verantwortung ab, ohne den Anspruch aufzugeben? Tim beschreibt einen Ansatz, den viele Führungskräfte sich von der Zunge nehmen, aber selten konsequent leben. Freiheiten geben, Entwicklung ermöglichen, Mitarbeiter selbst entdecken lassen. Gleichzeitig aber klar einfordern, dass jeder seinen Teil trägt. Nicht wegschieben. Nicht delegieren, um sich zu entlasten. Sondern echtes Ownership erzeugen.

Das klingt nach gesundem Menschenverstand. Und dennoch ist es in vielen Digitalorganisationen der eigentliche Engpass. Nicht das Budget, nicht die Technologie, sondern die Frage, ob jemand für etwas wirklich einsteht. Wer das löst, hat den entscheidenden Vorteil im digitalen Wettbewerb. Tim Wiese zeigt, wie das aussieht, wenn es gelebt wird.

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Hier ist der Inhalt:

Joubin Rahimi 

Grandios, dass ihr wieder dabei seid zu einer neuen Folge von insights! Mein Name ist Joubin Rahimi und heute sind wir auf dem ECC Forum im SANAA Gebäude und mit mir ist Bastian Siebers, Geschäftsführer von Flaconi. Und ich freue mich total, dass wir heute zusammen ein bisschen Zeit verbringen können und uns austauschen können. 

 

Bastian Siebers 

Ich freue mich auch sehr. 

 

Joubin Rahimi 

Magst du zwei, drei Sätze mal zu dir sagen? Du bist zwar sicherlich auch in dieser Community bekannt, aber vielleicht gibt es auch den einen oder anderen, der dich noch nicht hat sprechen hören. 

 

Bastian Siebers 

Okay, also die Kurzversion. Bastian, 50 Jahre alt, verheiratet, zwei Kinder, bin im E Commerce seit über 25 Jahren. Das heißt, ich habe mal 2001 das letzte Praktikum bei der Quelle gemacht im Bereich neue Werbewege. Das war das Internet und das hat mich nie wieder losgelassen. 7 Jahre Konzern Karstadt Quelle, 14 Jahre Tengelmann Venture Commerce gemacht, E Commerce gemacht. Ich glaube mit 33 das erste Mal einen CEO Posten übernommen und dann nie, ich sag mal, wieder auf einem Platz zwei konnte ich nicht mehr. Ich war quasi danach nur noch irgendwie Platz 1 Position zu haben. Ich bin seit dreieinhalb Jahren habe ich die große Ehre, Flaconi zu führen in Berlin. Tolles Unternehmen in der Beauty und macht großen Spaß. 

 

Joubin Rahimi 

Ich habe dich das erste Mal gesehen, da war ich Zuschauer, da warst du auch auf einer ähnlichen Veranstaltung wie hier. Das war eine Garten Company zum. 

 

Bastian Siebers 

Garten XXL. 

 

Joubin Rahimi 

Und ich kann mir noch ganz genau sagen, was du gesagt hast. Und zwar die neue Erfahrung, die du im Internet einmal erlebst, ist der Standard von morgen. 

 

Bastian Siebers 

So ist es. 

 

Joubin Rahimi 

Du hast es wahrscheinlich noch viel eloquenter formuliert, aber das ist ein geiler Satz, habe ich da zum allerersten Mal von dir da gehört. Ja, so ist das. 

 

Bastian Siebers 

Und ich sehe es auch immer noch genauso. Das heißt also, wenn wir den Blick auf Leistung bringen, dann sind wir insbesondere jetzt bei Flaconi und das ist unser Mindset. Wir sagen, wir müssen die Besten sein in dem, was wir tun. Und das bedeutet im Übringen. Sei besser als der Wettbewerb, sei es zum Wohle des Kunden und tatsächlich, deine Leistung ist wiederum auch die Latte, die du beim nächsten Mal wieder überspringen musst. Und das war genau das, was ich damals gefühlt habe bei Garten XXL. Und das fühle ich heutzutage noch eins zu eins immer noch. Das heißt, dieser Wettbewerbsfaktor, dieses nicht stehenbleiben, besser werden, wenn es irgendwas gibt, was mich treibt, dann ist es genau das. 

 

Joubin Rahimi 

Und wer sind die Wettbewerber? Douglas Parfümerie Pieper oder sind es ganz andere? 

 

Bastian Siebers 

Es ist genauso wie du beschreibst, um das nochmal zu beschreiben, wir sind ja die Nummer 1 im digitalen Beauty Premium Segment. Das heißt also, wir verkaufen, ich sag mal, wir fangen dort an, wo ein Drugstore eigentlich aufhört, also Rossmann, Amazon und auch irgendwie ein DM, die machen tolles Business, da kannst du irgendwie Shampoo kaufen, da kannst du irgendwie ein günstiges Parfüm kaufen. So und da ist dann irgendwie ein Jil Thunder ist irgendwie Schluss und wir fangen an, wo Jil Thunder sozusagen aufhört. Das heißt also, wir gehen nach ganz oben in Richtung Dior, Chanel, die wirklich teuren Brands und bis hin in die Nische nennen wir das. Und dementsprechend sind wir im Wettbewerb mit dem Douglas mit einem Pipier. Es gibt internationale Wettbewerber, es gibt den Notino, großer Anbieter in Tschechien, es gibt den Lyco, ist ein großer Anbieter in Schweden oder in den Nordics. Wir sind irgendwie im Wettbewerb mit den, ich sag mal, Partnern wiederum wie Sephora, die in Frankreich sehr stark sind. Also am Ende des Tages, you name it. Wir müssen im Endeffekt besser sein zum Wohle des Kunden. Ansonsten gibt es keine Berechtigung bei uns einzukaufen. 

 

Joubin Rahimi 

Einmal nur noch zum Verständnis. Seid ja auch in diesem Luxury Segment oben drüber, wo dann halt, was weiß ich, Diptyque, Safran, wie die Marken heißen, die es dann eigentlich gar nicht mehr bei Douglas gibt. 

 

Bastian Siebers 

Also auch dort, ich würde jetzt sagen, viele Sachen gibt es auch bei Douglas. Ich glaube, es gibt noch Niche Beauty, das ist eine Tochter quasi von Douglas, die sich insbesondere in diesen Nischenbereich quasi wirklich eben halt reingesetzt haben. Und alles, was die haben, bieten wir aber auch. Das heißt also, unser Anspruch ist sowohl im Sortiment als auch wirklich im Pricing als auch in der Technik wirklich immer ein überlegenes Angebot zu machen. Das heißt also, wir nennen das Value Selling Proposition, nicht USP, nicht sei anders als der Rest der Welt, sondern sei einfach besser, weil das ist das, was einen Kunden tatsächlich interessiert. Kein Kunde sucht nach einem anderen Händler, der Kunde sucht nach dem besseren Angebot. 

 

Joubin Rahimi 

Und wie viel USP kann man auch in deiner und meiner Branche wirklich haben? Also ich glaube, da musst du besser sein. 

 

Bastian Siebers 

Ja, aber stell dir das mal vor, ich weiß nicht, seit 25 Jahren bin ich in der Branche und alle erzählen sich, die Lüge sei anders und ich stehe davor und denke immer, die haben sie doch nicht alle nochmal. Anders sein ist überhaupt nichts wert. Anders sein bedeutet dem Kunden irgendwas vorzumachen. Was wir sagen ist, es gibt sogenannte Fitnessfaktoren, die für den Kunden wirklich den Unterschied machen. Und wenn du da richtig gut bist, dann sieht der Kunde das und dann ist der Kunde nachher zufrieden und wenn er zufrieden ist, kommt er wieder zurück und dann verdienst du auch Geld damit, weil du musst nicht teures Neukundenmarketing machen. Retention, das ist der Hebel, der uns erfolgreich macht. 

 

Joubin Rahimi 

Und du hast am Anfang gesagt, okay, du hast eine Messlatte mit dem Team, ihr als Firma und Jahr für Jahr geht man ein bisschen höher, immer drüber. Wo hast du die Messlatte am Anfang vorgefunden und war da schon diese Kultur? Konntest du darauf aufbauen oder war das die erste Aufgabe? 

 

Bastian Siebers 

Es war meine Erwartungshaltung. Das Unternehmen gab es zu dem Zeitpunkt seit elf Jahren, es hat über 300 Millionen Euro Umsatz gemacht und es war ein Name wie Donnerhall. Das heißt also mein Gefühl, ich übernehme jetzt Hertha BSC, die sind zwar gerade nicht so erfolgreich, aber die können Fußball spielen, die sind gut drauf, die sind fit und austrainiert und so war jetzt irgendwie meine Idee. Und dann bin ich reingekommen nach Berlin und habe vorgefunden, tatsächlich Leute, die in der Beauty richtig gut waren, aber die im E Commerce tatsächlich nicht wettbewerbsfähig waren. Und das war eine riesen Überraschung für mich. Das heißt also mein Gedanke war von außen betrachtet, die müssen eigentlich viel besser sein, sonst kann man gar nicht so weit kommen. Habe aber festgestellt, die sind so weit gekommen, alleine mit großer Beauty Expertise. Und wenn man das jetzt verbindet quasi mit meinem Anspruch, meiner Wettbewerbsfähigkeit und auch der Erfahrung, die ich aus dem E-Commerce aus vielen Jahren mitbringe, dann ist das vielleicht wahrscheinlich irgendwie, ich sag mal ein Thema. Ich habe eine Kollegin, wir haben gleichzeitig angefangen und die Kollegin kommt von Sephora, ist also ganz stark aus der Beauty und ich kam aus dem Ruhrgebiet, aus dem Thema Umsetzungsstärke. Und wir haben dann am Anfang gesagt, the Beauty and the Beast zusammen,  

 

Joubin Rahimi 

du warst nicht the beauty  

 

Bastian Siebers 

I was the beast and I am. 

 

Joubin Rahimi 

Okay, Aber Ruhrgebiet ist auch viel klarere und deutlichere Sprache als in Berlin. Also so bekomme ich das gerade mit. Wie war es, also kulturell haben die gesagt, ja endlich haut das jemand mal direkt raus oder war das, wie bist du damit umgegangen? 

 

Bastian Siebers 

Ich glaube, so viel Klarheit war man nicht gewohnt. Und dementsprechend war es am Anfang schwer. Aber ich habe mich sehr früh, also ehrlicherweise nach drei Tagen oder eigentlich am Anfang des dritten tags, morgen um 4 Uhr, habe ich mich entschieden, quasi die nette Variante wegzulassen und einfach eine komplett schonungslose Bestandsaufnahme für alle Mitarbeiter zu machen. Und ich glaube, das war hart für alle, auch für mich, weil es auch ein Risiko darstellte. Es war aber für alle, glaube ich, sehr heilsam. Ich glaube, jeder wusste, woran er ist. Jeder wusste von Anfang an, ob er mir jetzt geglaubt hat oder nicht oder gesagt hat, das was Bastian sagt, ist richtig, Aber die wussten ganz genau, ich halte nicht hinterm Berg. Wäre auch meine Empfehlung in jeder Transformation, in jeder Digitalisierung. Es bringt nichts, das langsam zu machen. Sei schnell, sei mutig, fall auch mal auf die Nase, Fehler können passieren, aber sei sehr ehrlich und sehr offen gegenüber allen Kollegen. Dann kann sich jeder entscheiden, ob er mit dabei sein möchte oder eben halt rausgeht. Es gab auch ein paar Leute, die haben nicht gepasst. Es gab ein paar Leute, die gegangen sind, aber ehrlicherweise, es waren nicht viele. Ich hätte jetzt gesagt, 95 Prozent der Firma sind die gleichen Leute, wie sie früher gewesen sind. Wir arbeiten nur mittlerweile ganz anders miteinander. Das ist wie eine Fußballmannschaft, die mittlerweile ein sehr hohes Pressing spielt, die sehr stark auf den ballführenden Mann geht, die wirklich einen ganz anderen Ball oder ein ganz anderes Business mittlerweile pflegen. Und das war eine gute und richtige Ansprache war notwendig. 

 

Joubin Rahimi 

Okay, das waren am dritten Tag. Du hast gesagt, du wolltest irgendwie 100 Tage angucken oder der alte und der neue Bastian. 

 

Bastian Siebers 

Ich hatte es mir vorgenommen und ich hatte es auch so abgesprochen mit den Shareholdern, 100 Tage Analyse und dann Umsetzung. Aber ich habe nach zwei Tagen wirklich festgestellt, dass ich genug analysiert hatte. Das heißt also, für mich war so klar, dass das eigentliche Problem das Miteinander gewesen ist und weitere 98 Tage zu akzeptieren. Dass das miteinander falsch läuft. Da war ich der Falsche für und dementsprechend habe ich mich für Handlung und Veränderung entschieden. Wer weiß, vielleicht habe ich auch nur einen Grund benötigt, um wieder, ich sag mal, in meinen alten Habitus zu verfallen. Aber ich war mir zu 100 Prozent sicher, dass es das Richtige war. Und am Ende, wenn man jetzt dreieinhalb Jahre später drauf guckt, 

 

Joubin Rahimi 

 die Geschichte nicht ganz so schlecht. 

 

Bastian Siebers 

Es war richtig, Es war richtig. 

 

Joubin Rahimi 

Die Kultur ändert sich ja. Und ich glaube, die Kultur ändert sich ja jetzt nochmal in einigen Bereichen. Durch AI verändert sich ja die Arbeitsweise. Ich sehe zu einem LinkedIn sich total viel, wo ihr mit dem Team, wo du mit dem Team bist, ihr feiert euch. Work hard, party hard, ja, gehört dazu und super. Das ist meine Wahrnehmung einfach nur, ohne dass wir darüber gesprochen haben. Jetzt das Thema AI, wie geht ihr damit um? Also gerade selber zu nutzen. Mir geht es nicht um die nächste Funktion oder so, sondern die Arbeitsweisen verändern sich. 

 

Bastian Siebers 

Ja, aber ich mag dir widersprechen. Ich glaube, die Kultur ändert sich nicht. Wenn du die Kultur hast, hast du etwas, was ich sage mal, die Grundlage ist, um Technik, um Tools, um Veränderungen im Markt mitzumachen, sie aufzugreifen und vielleicht als einer der ersten in der richtigen Weise für den Kunden tatsächlich in bessere Leistungen umzusetzen. Und bessere Leistung kann sein, dass ich für den Kunden etwas biete, was er vorher nicht hatte oder beispielsweise ein Punkt, der für mich vorher Kosten verursacht hat, die ich aber jetzt danach nicht mehr habe in Form von Automatisierung. Und ich kann dann wiederum quasi für den Kunden, an dem es für den Kunden total essentiell ist, wiederum mehr Menschlichkeit bieten. Das heißt, ich muss eigentlich verstehen, wo braucht der Kunde den menschlichen Kontakt, wo kostet der mich Geld, was kann ich eigentlich tun, um es besser zu machen? Und wie schaffe ich eine Organisation, die genau eigentlich das tut, nämlich eine Organisation, die lernt. Eine Organisation, die sich verändern möchte, eine Organisation, die einen Kunden verstehen möchte. Und das war genau ehrlicherweise das, was ein bisschen zu dem Zeitpunkt gefehlt hat. Ich glaube, es gab eine Organisation, die war sehr beauty zentriert. Das heißt also, man hat sich sozusagen die Geschichte erzählt, wir sind die Besten in der Beauty und das war total gut. Aber ehrlicherweise reicht das nicht, wenn du quasi ein Beauty E Commerce Unternehmen sein willst, dann musst du auch der Beste in der Beauty sein und im E Commerce. Und was wir noch drauf gemacht haben, wir haben das auch in der Mission mal aufgeschrieben, wir haben damals zusammengeschrieben und haben gesagt, wir müssen die Besten sein im Beauty Expertise in dem Thema E Commerce Competence. Und wir haben noch dazu genommen das Thema Customer Centricity. Das heißt also für uns war ganz entscheidend, dass wir für den Kunden diesen Mehrwert liefern und das leben wir jeden Tag. Und ich glaube, nehmen wir nochmal AI. Es kommen jetzt Tools, es kommen Themen an den Tag, die bedeuten einfach, dass sich der Markt, die Kunden einfach noch schneller entwickeln. Und was man einfach schauen muss, sind wir in der Lage, schneller auf sowas zu reagieren als der Wettbewerb. Und ich habe dir was von meinen Wettbewerbern erzählt und ehrlicherweise ja, wir sind so viel schneller. Das heißt also warum sind wir so viel erfolgreicher? Weil wir zum Wohle des Kunden so viel schneller reagieren und wieder neuen Kundennutzen produzieren. Wir haben die Umsätze in drei Jahren verdoppelt, das heißt, während der Rest des E Commerce so ein bisschen stehen geblieben ist seit 2022 haben wir im Schnitt 30 Prozent Wachstum gemacht jedes Jahr und jedes Jahr mehr Geld verdient. Das heißt also es gibt ja andere Beispiele, da investieren alle ins Marketing. Mein Marketingbudget ist noch so groß wie vor dreieinhalb Jahren. Das heißt also ich mache jetzt den doppelten Umsatz mit demselben Marketingbudget mit derselben Truppe und guess what. 

 

Joubin Rahimi 

Spannendes gesagt, mit AI mehr Zeit zu schaffen, dass ihr am Kunden besser sein könnt. Was macht ihr? Also wir haben ganz viele Kunden, die sagen, ich möchte mit AI vor allem Kundenanfragen automatisiert beantworten, schneller beantworten, vielleicht auch sogar einer besseren Qualität. Jetzt seid ihr im Beauty Bereich, wollt ihr das auch machen oder ist es eher, dass wirklich Menschen dann halt in so eine direkte Kommunikation gehen? 

 

Bastian Siebers 

Also vielleicht noch mal vorne angefangen. Wir haben ein Konzept, das nennen wir WE Commerce, nicht E Commerce, sondern das WE das Miteinander, dass wir das entscheidet, oder das macht eigentlich den Unterschied. Und wir haben innerhalb unseres WeCommerce Konzeptes drei Anspruchsgruppen. Das eine sind die Kunden. Thema Kundenorientierung. Schreibt sich jeder auf die Fahne, macht trotzdem jeder falsch, wir machen es am besten. Das nächste ist Zentrierung auf die Flaconis, das heißt, die Mitarbeiter. Das heißt, das sind Menschen, es geht um langfristige Beziehungen untereinander. Wenn man sich besser kennenlernt, reagieren wir und arbeiten wir viel, viel besser. Und das Dritte sind die Partner, das heißt die Brands oder auch unsere Technikpartner und alle anderen. Das heißt also diese langfristige Relationship und langfristige Optimierung. Das mal als erstes genannt. Und lass mich mal ein Beispiel rausnehmen. Das Thema Customer Service ist das einfachste Beispiel. Wir nutzen eine eigenentwickelte AI. Im Endeffekt heißt die Gerda AI. Im Übrigen, wir haben damals gesagt, lass uns irgendwie einen deutschen langweiligen Namen finden, der sozusagen eigentlich irgendwie bestmöglich widerspiegelt, wer da möglicherweise in Anführungszeichen, ich sag mal so langweilige Fragen in Anführungszeichen beantworten kann. Wo ist mein Paket? Da brauchst du keinen Menschen, sondern was du brauchst als Kunde ist, du willst eine sehr schnelle Antwort haben auf deine Frage und du musst einfach nur in die Datenbank gucken, musst die richtigen Daten irgendwo tatsächlich zur Verfügung haben und du kriegst automatisiert eine sehr freundliche Antwort. Hier ist der Tracking Link, da ist das Ding, wahrscheinlich ist dein Paket morgen bei dir und der Kunde ist super zufrieden. Wir machen derzeit 20 bis 25 Prozent aller Anfragen, die wir bekommen, antworten wir automatisiert mit Gerda. Das heißt also 75 Prozent werden noch manuell bearbeitet. Was wir aber können ist, dass diese 25 Prozent, die wir jetzt frei haben, die können wir wiederum benutzen. Also es gibt ja zwei Möglichkeiten. Entweder sagen wir investieren in eine bessere Kunden Experience oder wir sagen in Kosten. Was wir gemacht haben ist, wir haben in Kunden Experience investiert und erhöhen da ganz stark den NPS. Das heißt für uns Kundenzufriedenheit. Ehrlicherweise die Masterkennzahl im gesamten Unternehmen, Net Promoter Score, du darfst mal raten, wie hoch der bei uns ist. 

 

Joubin Rahimi 

8, 5, 

 

Bastian Siebers 

also was ist die höchste Zahl, den du jemals gesehen hast in dem Unternehmen? 

 

Joubin Rahimi 

Alles mit 8 ist schon mega geil. 

 

Bastian Siebers 

Ich glaube, es gibt keinen mit 8, die ich wirklich kenne. Also ich beschäftige mich seit über zehn Jahren mit dem ganzen ganzen Thema und früher war es bei mir immer so Garten XXL und so weiter und so fort. 50 bist du schon gut, das heißt also mehr als 50 Prozent der Leute würden dich weiterempfehlen. Mega. 60 Prozent Goldstandard, 70 Prozent Platin, 80 Prozent Never Seen. Und jetzt kommt's, wir haben 84 im Durchschnitt und wir haben im Februar 86 gehabt. Das heißt also, die Kunden sind super, super, super zufrieden und deswegen kommen sie wieder. 

 

Joubin Rahimi 

Okay, ihr macht ja auch etwas grundlegend anders als viele andere, 

 

Bastian Siebers 

die auf Kosten gehen. Absolut. 

 

Joubin Rahimi 

Das ist auf jeden Fall spannend, auch in der heutigen Zeit, weil alle sagen Kosten runterfahren, Kosten runterfahren, 

 

Bastian Siebers 

ich glaube, die denken tatsächlich nicht an Übermorgen. Das heißt also, während wir sagen, Retention ist der Hebel und Retention wird ganz stark durch, ich sag mal, den NPS oder Zufriedenheit prediktet. Und je höher du mit der Zufriedenheit bist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass du du nicht irgendwo anders hingehst. Du kommst ganz automatisch wieder zu mir, Du nutzt meine App. 40 Prozent unseres Umsatzes machen wir über die App. Das heißt, es ist ein Invest in Kundenzufriedenheit und ehrlicherweise, das zahlt sich für uns langfristig aus und wir denken da langfristig. 

 

Joubin Rahimi 

Was ich auch noch spannend fand, du hast gesagt, ich brauche Kunden. Customer Centricity, Beziehung zwischen den Menschen, also langfristige Beziehungen und auch zu den Partnern, das ist ja alles immer Vertrauen. Eigentlich baust du überall Vertrauen auf. 

 

Bastian Siebers 

Wir haben einen Wert im Unternehmen, vielleicht einmal die Unternehmenswerte in aller Geschwindigkeit, also wir fangen immer an. Customer Centric, erster Wert, dann Living Data, das heißt entscheide nur mit den richtigen Daten, dann kommen wir in Richtung Embrace Change, das heißt also nochmal Change ist nichts Böses, immer wieder ein bisschen besser als der Tag davor. Das ist unsere DNA. Dann mein Lieblingswert, Build fast to last, heißt am Ende, komm in die Umsetzung und bau aber was, was langfristig Erfolg hat. Und dann last but not least, Trust in people. Trust in people means noch mal, wir reden hier über Menschen und ehrlicherweise, das ist ein Schwungrad, das sich weiterhin beschleunigt und größer wird, weil je länger wir uns kennen, je besser wir miteinander tatsächlich privat und auch beruflich wissen, was deine Stärken, was vielleicht auch deine Schwächen sind, umso schneller und umso besser arbeiten wir miteinander und deswegen sagen wir ganz ganz klar, dieses Long Term, das ist eigentlich die große Macht, die alle unterschätzen und deswegen kurzfristige Optimierung, um die nächste Million zu verdienen, können die anderen langfristiger Erfolg. Das sind wir  

 

Joubin Rahimi 

Geschwindigkeit durch Vertrauen, du kennst das Buch oder? 

 

Bastian Siebers 

Absolut, das ist so. Also ist lesenswert, das Buch kann man, meine Empfehlung auch. Also wir haben vor dreieinhalb Jahren, wir hatten noch nicht dieses ganze E Commerce Konzept, es gab auch noch nicht eine ausgearbeitete Strategie. Es gab damals eine Folie, da stand drauf am dritten Tag Mut und Geschwindigkeit. Und das war tatsächlich im Endeffekt ist das aber eigentlich immer noch das Thema Nummer eins. Wir haben über die Jahre hinweg, haben wir eigentlich immer eine Tagline für jedes Jahr gehabt. Und ich kann es vielleicht noch mal erzählen. Wir haben damals eine Fitnessphase gehabt, das waren die ersten drei Monate. Konzentriere dich auf das, was für den Kunden wirklich den Unterschied macht. Sei der Beste in dem. Schritt eins. Danach haben wir unsere Strategie ausgebaut. Beauty in your pocket. Das ist einfach eine Mobile First Strategie. Bring die Leute auf den Shop, mach sie am besten zu App Kunden in Verbindung mit Social Media. Geiles Thema. Beauty in your pocket. Irgendwie das Gegenstück zu Beauty in a Store. Da sind wir Beauty in a pocket. Dann haben wir das WE Commerce Konzept erschaffen. Das ganze langfristige Thema, das Miteinander haben wir alles vorher schon gemacht, aber wir haben es mal in Worte gefasst. Unternehmenswerte. Dann haben wir gesagt, 2025 war next level. Das heißt, wir haben also alles das, was wir implementiert haben, noch mal auf ein neues Thema gebracht und jetzt darfst du raten, was die Techline für dieses Jahr ist. Hast du eine Idee? 

 

Joubin Rahimi 

Ai for the customer. 

 

Bastian Siebers 

Wahr. Hätte man nehmen können. Was wir genommen haben, ist Day one. Wir sind wieder eigentlich einmal durch und haben gesagt, okay, jetzt will ich wieder diesen Hunger, dieses diese Neugier, ich sag mal dieses eigentlich wie den ersten Tag noch mal spüren, weil wie gesagt, man kommt irgendwann wird man selbst fett und kommt so in die Lage, dass man sagt, okay, das ist irgendwie selbstverständlich, dass wir immer gewinnen. Und das ist so meine größte Angst, dass wirklich die Leute Themen für selbstverständlich halten. Da komme ich um die Ecke, zieh dir am Ohr und sag dir, nichts ist selbstverständlich, sondern wir müssen wieder wie day one sein. Und das meint im Übrigen auch, dass wir die Chancen von KI und künstlicher Intelligenz für uns sehr, sehr schnell und wahrnehmen und nicht okay, keine Ahnung, das können dann andere machen, sondern dieses Mindset, das macht den Unterschied. 

 

Joubin Rahimi 

Eine Frage noch, wenn du sagst, Mut und Geschwindigkeit stand drauf. Da gibt es, wenn ich mit anderen Unternehmenslenkern spreche, die sagen, aber Professionalität, Qualität, Geschwindigkeit ist ja nicht professionell. Das bist nicht du, das weiß ich. 

 

Bastian Siebers 

 ich würde laut widersprechen. 

 

Joubin Rahimi 

Was würdest du sagen? 

 

Bastian Siebers 

Meine Erfahrung ist 7 Jahre Konzern Karstadt Quelle. Es war ein Ausbund von den Sachen, die du gerade beschrieben hast. Super Leute, tolle Konzepte, riesige Sortimente, keine Ahnung, 120000 Mitarbeiter, die eigentlich alles hätten machen können. Haben sie aber nicht. Sie haben die PS nicht auf die Straße bekommen. Warum? Weil ihnen Mut und Geschwindigkeit gefehlt hat. Das heißt also klar machst du Fehler mit Mut und Geschwindigkeit, aber es ist relativ simpel. Es gibt so dieses Thema, entweder gewinnen wir oder wir lernen oder wie ich ganz gerne auf die Schnauze fallen, ist eine Vorwärtsbewegung. Das heißt also, mach das zu deinem Freund und dann ist das wirklich etwas, mit dem du sehr erfolgreich sein kannst. Geht das überall? Ich glaube nicht. Ich glaube, du musst wirklich herausfinden, ob das für dich der richtige Weg ist und du musst auch schauen, ob dein Team in der Lage ist, Mut und Geschwindigkeit zu fahren. Ich kenne viele Unternehmen, ich glaube, die würde es zerreißen. Ehrlicherweise würde es denen aber ganz gut tun, wenn sie sich mal zerreißen würden. Genau. Und möglicherweise nicht mal eine Transformation, sondern mal eine Disruption durchmachen. Wir kennen so diesen alten Spruch der schöpferischen Zerstörung nach Schumpeter, also bin ich ein großer Freund von. 

 

Joubin Rahimi 

Macht Sinn und nach Darwin sagst du ja auch sei agil, verändere dich. Ist nicht der stärkste schnell. Ja, aber es ist die Veränderung. 

 

Bastian Siebers 

Genau. Größe und Stärke ist in unserer Welt immer weniger wert. Es geht um Anpassungsfähigkeit und es geht um Geschwindigkeit und das ist nachher die neue Währung, um die es wirklich geht. 

 

Joubin Rahimi 

Und ich würde sagen, das ist ein super Abschluss mit dem Mut und Geschwindigkeit und die neue Währung, die Adaption. Danke dir. 

 

 

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Dann kontaktiere uns gerne direkt.

Joubin Rahimi
Managing Partner synaigy GmbH

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23. April 2026 · smartvillage Köln