#141 - Wer jetzt nicht investiert, verliert: KI-Potenziale im B2B-Commerce und ihre Barrieren

Was steckt wirklich hinter den KI-Zahlen im B2B-Commerce? In dieser Folge insights! trifft Joubin Rahimi auf Dr. Kai Hudetz – Gründer des ECC Köln und des IFH Köln und seit fast 30 Jahren einer der renommiertesten Handelsforschenden in Deutschland. Auf dem ECC FORUM sprechen die beiden über die brandaktuellen Ergebnisse des B2Best Barometers 2026, über die wahren Barrieren der KI-Einführung, über digitale Souveränität in Zeiten geopolitischer Unsicherheit und darüber, was Unternehmen jetzt wirklich brauchen, um resilient durch den Winter zu kommen.

Inzwischen ist die digitale Infrastruktur zum Überleben genauso wichtig wie die Energieinfrastruktur. Wenn wir uns vorstellen, dass die amerikanischen Player uns den Zugang zu ihren Datenuniversen abdrehen würden. Das wäre fatal. Es mangelt uns wirklich an digitaler Souveränität in Europa. Und das müssen wir ändern, bevor es zu spät ist.

Kai Hudetz CEO IFH Köln & ECC Köln

KI im B2B: Erkannt, gefeiert und dann? Was der B2Best Barometer 2026 wirklich aussagt

Beim ECC FORUM haben wir Dr. Kai Hudetz interviewen können – einen der bekanntesten Handelsforschenden Deutschlands. Das Gespräch hätte nicht besser getimed sein können. Der B2Best Barometer 2026 – eine jährliche Studie von IFH Köln und ECC Köln, dieses Jahr gemeinsam mit uns, unter 200 Großhändlern und Herstellern – hatte gerade das Feld geschlossen. Die ersten Zahlen lagen vor. Here weg go.

Winter, Resilienz und warum gerade jetzt der richtige Moment ist

Joubin Rahimi eröffnet das Gespräch mit einer Metapher, die sitzen bleibt. „Wirtschaft wie Jahreszeiten“. Frühling, Sommer, Herbst und dann der Winter. Viele Branchen des deutschen Handels befinden sich gerade in genau diesem Winter. Und das ist keine Katastrophe, wenn man weiß, wie man damit umgeht.

Tatsächlich zeigen Statistiken: Unternehmen, die in wirtschaftlich harten Zeiten gegründet wurden oder durch solche Phasen durchgekämpft haben, entwickeln eine Resilienz, die andere nicht haben. Sie lernen, auf Sicht zu fahren, Entscheidungen schneller zu treffen, Alternativen zu haben. Inzwischen haben auch die Konsumenten diesen Modus gelernt. Kein Panik-Toilettenpapier-Kaufen mehr. Kein massenhafter Aktienabstoß bei jeder Nachrichtenlage. Der Markt hat Krisenresilienz entwickelt. Das macht tatsächlich Hoffnung.

B2Best Barometer 2026: Die Schere zwischen Erkennen und Handeln

Kommen wir zu den Zahlen, die aufhorchen lassen: 77 % der befragten B2B-Entscheider glauben, dass KI ihnen bei der Prozesseffizienz helfen kann. Das klingt erstmal wie eine Erfolgsmeldung. Doch wer genauer hinschaut, sieht eine Schere, die nachdenklich stimmt.

Auf der einen Seite: erkanntes Potenzial.

Auf der anderen Seite: zögerliche, unstrukturierte Umsetzung.

Hier mal ein Pilotprojekt, da mal eine kleine Automatisierung. Die ganzheitliche KI-Strategie? Da gibt es selten was. Dabei sind die Anwendungsfelder, die der B2Best Barometer aufzeigt, alles andere als abstrakt:

  • Prozesseffizienz durch automatisierte Workflows
  • Marketing Automation und personalisierte Kundenansprache
  • Bessere Prognosen zur Lagerbestandsoptimierung
  • Erhöhung von Kundenzufriedenheit und NPS
  • Datengestützte Vertriebsunterstützung

Das Potenzial ist real, messbar, umsetzbar. Und trotzdem fehlt vielen Unternehmen noch der Sprung von der Erkenntnis zur Konsequenz. Kai fasst es zusammen: Wir sehen alles im Ausbaustadium.

Die wahre Barriere: kein Technikproblem, sondern ein Mindset-Problem

Auf die Frage, warum so viele Unternehmen trotz erkanntem Potenzial zögern, gibt Kai eine Antwort, die wachrütteln sollte. Die größte Barriere ist nicht die Systemintegration (so wichtig sie auch ist). Die größte Barriere ist das Mindset der Mitarbeitenden. Konkreter gesagt ist es die Angst der Mitarbeitenden. Die Frage, die sich viele still stellen, lautet: Wenn ich mein Wissen jetzt in eine KI einspeise, sichere ich damit dann meine Stelle oder gefährde ich sie? Dieses Gefühl ist nicht irrational. Es ist zutiefst menschlich. Und Unternehmen, die darüber hinwegsehen oder es schönreden, werden bei der KI-Transformation scheitern. Das kennen wir auch aus eigener Erfahrung bei synaigy. In unseren Projekten werden heute wenig Präsentationen händisch erstellt, kein Code mehr komplett per Hand geschrieben. Der Produktivitätsgewinn ist enorm. Aber die Veränderung passiert nicht von alleine. Sie braucht Führung. Sie braucht Haltung. Und sie braucht offene Kommunikation sowie unser tolles Team.

Digitale Souveränität: Das übersehene Überlebensthema

Ein Thema zieht sich wie ein roter Faden durch das Gespräch: digitale Souveränität. Und hier wird Kai Hudetz besonders deutlich. Sein Kernsatz trifft ins Mark: Inzwischen ist die digitale Infrastruktur zum Überleben genauso wichtig wie die Energieinfrastruktur. Was bedeutet das konkret? Die allermeisten europäischen Unternehmen nutzen bei Cloud, KI und Daten ausschließlich amerikanische Anbieter und das ohne Plan B. Joubin hat dafür kein Urteil, aber eine klare Erwartung: Nutze, was dir nützt, aber habe einen Fallback-Plan. In dem Moment, in dem die Preisschraube gedreht wird oder politische Entscheidungen deine Lieferfähigkeit bedrohen, willst du aufstehen und wechseln können. Genau diese Souveränität – also Flexibilität und schnelle Wechselfähigkeit – wird durch KI selbst leichter. Joubin nennt ein konkretes Beispiel aus der Praxis. Ein Kunde wechselte von einer teurer werdenden E-Commerce-Plattform auf eine neue Lösung – dank KI-Unterstützung zu einem Bruchteil der früher notwendigen Kosten. Was früher ein mehrjähriges Migrationsprojekt gewesen wäre, war auf einmal machbar.

Wohin geht der Handel? Ein ehrlicher Blick nach vorne

Kai Hudetz ist kein Pessimist. Aber er ist auch kein Schönredner. Sein Ausblick für 2026 ist geprägt von einem Begriff, den er mehrfach betont: Unsicherheit. Nicht als Lähmung, sondern als neue Normalität, mit der man umgehen lernen muss.

Seit Corona begleitet uns eine tiefgreifende Volatilität. Geopolitische Krisen, Zolldebatten, Energiepreise, KI-Disruption. Das Fenster klarer Planbarkeit ist kleiner geworden. Wer darauf wartet, dass wieder Ruhe einkehrt, wartet vergebens. Die Unternehmen, die jetzt vorne sind, haben eines gemeinsam: Sie haben gelernt, auf Sicht zu fahren und schnell zu reagieren.

Drei Erkenntnisse, die du aus dieser Folge mitnehmen solltest:

  • KI im B2B ist kein Zukunftsthema mehr. Wer jetzt noch wartet, verliert Boden.
  • Die Transformation scheitert nicht an der Technik, sondern am Menschen. Führung und Kulturarbeit sind genauso wichtig wie der richtige Tech-Stack.
  • Digitale Souveränität ist strategisches Kapital. Wer heute keine Alternativen aufbaut, verliert morgen Handlungsfreiheit.

Du möchtest dir die Folge in voller Länge anhören?
Hier findest du den Podcast des Interviews:

Du möchtest dir die Folge lieber ansehen? Kein Problem!
Hier findest du eine Aufzeichnung des Interviews:

Du möchtest lieber lesen? 

Hier ist der Inhalt:

 

Joubin Rahimi

Grandios, dass ihr wieder dabei seid zu einer neuen Folge von insights! Mein Name ist Joubin, Joubin Rahimi und heute mit dabei auf der Couch Dr. Kai Hudetz. Hallo Kai

 

Kai Hudetz

Joubin, grüß dich.

 

Joubin Rahimi

Wir kennen uns ja schon eine Weile und der ein oder andere natürlich aus meiner Bubble dich auch, aber wir wollen ja auch immer wieder noch neue Menschen in die Community bringen. Daher sag doch mal zwei, drei Sätze zu dir und zum IFH und ECC bitte.

 

Kai Hudetz

Ja, das ist großartig. Danke für die Gelegenheit. Man denkt ja manchmal, jeder müsste einen kennen, weil man sich halt immer in seiner Bubble beschäftigt. Ich bewege mich jetzt in meiner Bubble fast 30 Jahre am IFH Köln, früher Institut für Handelsforschung an der Universität zu Köln. Wir sind also eine Einrichtung, die eigentlich aus der Uni ausgegründet wurde, Forschung für den Handel. Wir haben uns dann jetzt doch relativ stark transformiert. Das hängt auch mit der zweiten Marke zusammen. ECC Köln habe ich 1999 gegründet, haben wir dann das Thema Digitalisierung, E Commerce, E Business, Plattformen, Multichannel, Omnichannel und so weiter. Das haben wir aufgegriffen und da beraten wir dann, da gehen wir auch schon ein Stück weiter, da gehen wir Handlungsempfehlungen und da unterstützen wir dann Händler und Hersteller auf einer strategischen Ebene, wie sie sich da weiterentwickeln müssen

 

Joubin Rahimi

und ihr habt hier auch dieses super schöne Event, auf dem wir im Moment sind. Der erste Tag: Feedback war grandios von den Sprechern her. Der Bastian Siebers war ja auch schon hier und durfte auch bisschen was mitgeben.

 

Kai Hudetz

Ja, es war toll. Ihr seid ja jetzt auch regelmäßig Partner hier von der Veranstaltung. Wir sind hier, finde ich, in ganz tollen inspirierenden Räumen Zeche Zollverein, wo wir Transformation ja gut sehen. Ein Thema über das wir ja jedes Jahr auch sprechen. Wir haben hier auch eine gewisse Weite. Der Raum oben Veranstaltungsraum hat eine deckenhöhe von fast 10 Metern. Da kann man auch mal ein bisschen größer denken und auch Optimismus versprühen. Das fand ich gestern gut, das hat der Bastian sicherlich auch im Gespräch rübergebracht. Es geht jetzt um Machen, es geht um Unternehmer und wir dürfen jetzt auch wenn die Rahmenbedingungen schwierig sind, ich werde gleich mit dem Christian Kramer von der Creditreform über die wirtschaftliche Situation hier insgesamt reden und das wissen wir alle, die ist nicht einfach, ganz im Gegenteil. Aber du musst ja mit Zuversicht nach vorne gehen. Wenn du die richtigen Sachen machst, dann wirst du auch durch diese Zeiten gut durchkommen.

 

Joubin Rahimi

Ganz sicher. Wirtschaft ist wie so eine Saison hier. Du hast den Frühling, man denkt, das ist alles ganz easy. Man sät was der Sommer, man sieht das Gedeihen, im Herbst erntet man, aber irgendwann kommt auch der Winter. Viele Branchen sind einfach im Winter und da gibt es sogar Statistiken dazu, wenn eine Firma im Winter gegründet wurde und durch den Winter durch musste, sie deutlich länger lebt, weil sie auf einer ganz anderen Resilienz gründet als diejenigen, die Ach, jetzt ist das Thema total easy und ich kann wachsen.

 

Kai Hudetz

Also super spannend. Ich werde daraufhin mal unsere Gründungsurkunde mir anschauen. Wir werden ja 2029 dann 100 Jahre. Ich muss mal gucken, ob wir dann auch im Winter gegründet wurden. Ich glaube, dass wir auch da beim Wetter, es wird halt immer kurzfristiger. Ich habe heute Morgen gehört im Radio, wir reden jetzt über ein Zwischenhoch, was wir heute strahlender Sonnenschein. Und ich glaube, das ist ja das, was sich im Moment alle so fragen. Immer dann, wenn die Sonne so ein bisschen rausbricht, wenn dann wieder ein bisschen Zuversicht reinkommt, wenn man mal wieder ein paar gute Nachrichten hört, dann kommen dann gleich wieder Moment, haben wir natürlich den Persischen Golf und alles, was da drum rumhängt, hier diese Krisensituation, da denkst du dir, jetzt kommt doch wieder ein Tief.

 

Joubin Rahimi

Und ich glaube, genauso ist das. Aber wir haben auch eine Großwetterlage. Die Klimaerwärmung, die ist trotz all dieser Hochtiefs, die in kurzer Reihenfolge kommen, ja nicht nicht abstreitbar. Und dass man schwenkt zu KI, das wird uns auch grundlegend verändert. Auch einfach die Temperatur mal ein bisschen höher machen, im wahrsten Sinne des Wortes. In der Vorbereitung wird Microsoft ein Rechenzentrum auffangen, das 500 Fußballfelder groß ist und so viel Strom verbraucht wie Seattle. Also Klimaerwärmung, Wahnsinn.

 

Kai Hudetz

Aber du kannst ja wunderbare Brücken geben. Ich kann immer noch was lernen von dir, wunderbare Brücken bauen. Das baut ja auch die Brücke zu dem B2Best Barometer, den ihr ja dankenswerterweise jetzt seit diesem Jahr dann auch unterstützt. Da haben wir zum einen auch immer die Abfrage. Wir befragen ja 200 Großhändler und Hersteller, haben wir auch immer die Abfrage nach der wirtschaftlichen Situation und da sehen wir schon, dass auch die Wirtschaftsführer jetzt nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern da durchaus glaube ich einen ganz realistischen haben, aber eben weit weg auch sind vom Panikmodus. Und was wir ja sehen ist tatsächlich auch, das ist ja auch die lange Linie hier, die du sagst, analog zur Klimaerwärmung, die Investitionsbereitschaft in Digitalisierung. Ja da ist, ich glaube wir sehen schon

 

Joubin Rahimi

wie ist die denn da? Also wie hat sie es jetzt? Ich kenne die Ergebnisse ja noch nicht.

 

Kai Hudetz

Ich kenne sie auch noch nicht so richtig, weil wir tatsächlich gerade, ich glaube vorgestern das Feld geschlossen haben und die Kollegin schöne Grüße an Julia Frings und das Team hat ein paar erste Ergebnisse hier dann auch mitgegeben ganz wenige Sachen und was wir tatsächlich gut sehen, wir haben die allermeisten, die allermeisten Entscheider haben wirklich erkannt, wie groß das Potenzial ist und investieren deswegen auch in diese Technologien. Also sehen Potenziale dann auch von tatsächlich gerade Prozesseffizienz steht natürlich absolut im Fokus. 77 Prozent glauben, dass die KI ihnen da deutlich helfen kann, zu Recht kann man glaube ich hier auch sagen, aber wir sehen auch, dass hin zum Kunden bessere Marketing Automation, hin zu Prognosen bessere Prognosen hier Lagerbestände reduzieren und und und. Also wir sehen, dass die Vorteile von der KI als Querschnittstechnologie erkannt worden sind und dass die Unternehmen, so wie wir es auch in der Vergangenheit gesehen haben, das Möglichste hier machen, um da auch wirklich rein zu investieren. Problem ist natürlich im Moment Investitionsbereitschaft insgesamt, das kennst du auch, ist natürlich schwierig im Moment, wo sehr viele Unternehmen echt am struggeln sind und du musst es dir dann halt irgendwo wegschneiden. Also wir sind nicht in den Zeiten, wo die Töpfe halt überall rumliegen.

 

Joubin Rahimi

richtig schön letztes Jahr war hier ein Sprecher, ich weiß nicht, ob ich den Namen nennen darf, deswegen sage ich nicht, wer das war und wir haben jetzt noch bisschen kommuniziert gehabt die Tage, wir haben auch was mit ihm mit AI und Möglichkeiten besprochen und er hatte mir gerade die Tage geschrieben, das sind nicht 20 Prozent Effizienzverbesserung 10 bis 20, ich bin fünf bis zehn mal so schnell, also ganz anders und da kannst du ROI ganz anders rechnen und da frage ich mich warum, was sind noch so die Barrieren, dass sie sagen, komm ich gehe da richtig rein.

 

Kai Hudetz

Also das sehen wir auch, das haben wir ja tatsächlich auch in den Fokus genommen hier beim B2Best Barometer. Deswegen es lohnt sich auf jeden Fall hier auch tiefer rein zu sneaken. Er wird glaube ich am 20. April, werden wir ihn

 

Joubin Rahimi

am 27. April

 

Kai Hudetz

Du bist besser informiert als ich

 

Joubin Rahimi

am 23 haben wir dich ja auf der Bühne haben.

 

Kai Hudetz

Da machen wir den Sneak. Das können wir hier tatsächlich heute dann auch schon verraten. Wir sehen tatsächlich, dass die Unternehmen diese Effizienzschränkung ganz klar erkennen. Wir sehen auch im Zeitablauf, das ist das Schöne bei den B2Best Barometern haben wir ja fünf Jahre jetzt schon durchgeführt, dass dann die Investitionsbereitschaft höher ist, dass die Potenziale auch höher eingeschätzt werden. Aber wir sehen, und das ist dann der Wermutstropfen, wir sehen weiterhin enorme Barrieren. Die Barrieren sind zunächst mal, da kennst du dich ja viel besser aus als ich auf der technischen Seite. Also wir reden halt inzwischen nicht mehr von, ich nutze ein bisschen ChatGPT, um irgendwas zu machen, sondern ich rede davon, KI dann auch in komplexe Systeme zu integrieren, Anbindung an bestehende Systeme zu ermöglichen. Das ist ganz klar der wichtigste Punkt. Wir sehen aber auch immer noch viel am Mindset auch bei den Mitarbeitern. Wir sehen die Angst, das haben wir gestern ja auch mal so am Rande, da war ja der Vortrag von Axel Berger von Haniel, da ging es ja auch ein bisschen darum, um die Angst, dass ich selber ersetzt werde von der KI. Und das hat er ja auch thematisiert, wie viele Stellen dann natürlich dann auch wegfallen. Und natürlich ist das von einem Mitarbeiter viel verlangt zu sagen, gut, ich füttere jetzt eine KI mit meinem Wissen, damit mich die KI dann ersetzt.

 

Joubin Rahimi

Das Narrativ ist natürlich sehr verständlich, dass man auf keine Lust hat.

 

Kai Hudetz

Genau. Und das ist das, was sie sehen. Das hat er ja aber oft, und das sehen wir auch in dem B2Best Barometer halt mit mangelndem Wissen zu tun. Es ist halt eine Unsicherheit, was passiert da eigentlich? Wird der Kollege Roboter, wir reden inzwischen auch über die humanoiden Roboter, die ja auch an Bedeutung gewinnen. Ersetzt er mich jetzt wirklich oder ist das einfach dann nur mein Freund, der mir die lästigen Arbeit dann auch abnimmt? Also das ist ja im Moment auch so eine Diskussion, auch das sehen wir in den Zahlen so dieses Agentic versus Assisted. Also man sieht da eine ganze Menge in den Zahlen. Man sieht vor allen Dingen auch, es gibt noch sau viel zu tun. Wir sind echt am Anfang.

 

Joubin Rahimi

Angst auch, dass die AI oder Robotik einen Job wegnimmt. Burger King hat jetzt so einen Knopf in Ohr entwickelt, welches zuhört und Tipps geben soll bei den Bestellungen. Also für die Mitarbeitenden. Schelm, wer Böses denkt. Du trainierst ja gleichzeitig auch die AI in dem Zuge und ich würde wetten, dass diese Tätigkeit über kurz oder lang dann auch einfach wegfällt. Warum brauchst du einen Mensch, der das eingibt, wenn du so oder so schon ganz viel Sprachnachrichten hast? Und ich glaube, es wird deutlich mehr automatisiert und ich sehe es auch bei uns in der Firma. Wir haben auch Projekte, stellen wir auch da am 23. Vor. Wir haben ein Projekt, wo nicht gecodet, Präsentation werden nicht händisch gemacht, sondern alles mit AI deutlich schneller. Brauchen wir noch weiterhin die Menschen? Ja, tun sie das Gleiche? Nein. Und das ist fernab der Technik, glaube ich, das allergrößte Thema. Jeder verändert sich, auch unsere Jobs verändern sich. Gibt es die Studien in der Zukunft noch? Sitzen wir zusammen auf der Couch? Wie führen wir das Unternehmen?

 

Kai Hudetz

Also wird es die Studien noch geben? Ja, die verändern sich natürlich enorm. Da geht es ja vor allen Dingen darum, letztlich jetzt aus, wir arbeiten ja schon seit Jahrzehnten mit Digitalisierung. Da sitzt ja keiner mehr mit dem Rechenschieber da und berechnet irgendwelche Zahlen. Aber das sind im Moment natürlich häufig Algorithmen, stumpfe Algorithmen, schlaue, selbstlernende Algorithmen sind da natürlich enorm von Vorteil, sind auch ein enormer Effizienzhebel. Es ist aber natürlich auch ein Hebel in die Qualität hinein, wenn wir lernen, die KI halt richtig dann auch zu füttern. Und ich glaube, das ist das auch. Das haben wir im Übrigen im B2Best Barometer mit dabei, da war auch ein Thema KPIs. Und da fand ich das Bild schon auch ein Stück weit ernüchternd, weil es auf der einen Seite gezeigt hat. Ja, natürlich, das haben die verstanden. Man kann ganz viel messen von sein Simpelste, das erhoffen wir uns ja durch Marketing Automation natürlich mehr Umsatz, Das ist ja ein uralter Hut. Du kannst bei den Kosten natürlich ansetzen, kannst bei Lagereffizienz ansetzen kannst bei Themen auch das hat der Bastian gestern zumindest kurz geschrieben, Kundenzufriedenheit, NPS und so weiter. Also es gibt ganz viele Themen, wo du ansetzen kannst, aber es wird im Moment nur sehr, sehr sporadisch gemacht. Hier mal ein bisschen was, da mal ein bisschen was. Also es ist noch alles im Ausbaustadium sieht man den Zahlen sehr, sehr schön.

 

Joubin Rahimi

Insofern bin ich mal gespannt, wenn wir dann alles auch sehen können in dem Kontext jetzt, wie glaubst du, geht es hier in diesem Jahr weiter, was ist so das Gefühl in der Branche?

 

Kai Hudetz

Ja, es ist tatsächlich, wenn du mich das hier vor drei Wochen gefragt hättest, hätte ich gesagt, es sind jetzt tatsächlich, es mehren sich einfach die Anzeichen, dass das Licht am Ende des Tunnels jetzt nicht das Licht der entgegenkommenden Lokomotive ist, sondern dass wir wirklich, dass wir die Talsohle durchschritten haben und das ist ein Stück weit aufwärts geht. Jetzt haben wir natürlich doch wieder Krisenherd dazu bekommen, der im Moment unabsehbare Folgen hier dann auch hat. Und das ist ja gerade das Schlimme ist ja aus meiner Sicht ist das, was uns seit jetzt nunmehr sechs Jahren begleitet, beginnt eben mit der Corona Krise Anfang 2020 ist Unsicherheit. Das ist die Klammer über allem hinweg. Die Konsumenten sind verunsichert, die Unternehmen sind verunsichert, die Politik ist verunsichert. Im Prinzip ist jeder verunsichert. Jetzt kommt noch mal Verunsicherung. Kann ja sein, dass alle vielleicht, wenn das hier ausgestrahlt ist, ist der Krieg schon vorbei und es hat sich auf wundersame Weise alles so aufgelöst, dass wir sagen, oh, das war ja, das war ja dann doch gut und hat Klarheit geschaffen auch das war ja die Unsicherheit. Kommt da eine Atomwaffe, kommt da noch mehr hier dazu? Kann aber natürlich genauso gut sein und wahrscheinlich ist es auch wahrscheinlicher, dass es länger dauert, dass die Folgen unabsehbar hier sind und dass es halt nicht stimmt, dass man hier schneller gewinnt, als man als man je glaubte gewinnen zu können. Und diese Verunsicherung der Märkte, die können wir dann ablesen ja wiederum an den an den Tankstellenpreisen. Auch natürlich ein Thema, wo da jetzt die Politik scharf drauf gucken muss, aber was natürlich jetzt auch nicht in ihrem unmittelbaren Einflussbereich liegt. Also alle Maßnahmen, die da im Moment auch diskutiert werden, sind ja im Prinzip dann Pflaster kleben auf eine offene Wunde, wo du nicht weiß, hättest du das Pflaster gebraucht oder ist es eh nur Plazebo? Und insofern glaube ich, wird das schwierig erstmal bleiben. Aber was ich schon finde, und das hat man ja auch an den Börsenkursen gesehen, jetzt Herr Trump hatte ja extra auf dem Wochenende gelegt den Angriff, weil dann die Börsen auch Zeit haben, die Information zu verarbeiten. Und wir waren auch von Panik weit weg, weil inzwischen alle handelnden Akteure ein Stück weit diesen Krisenmodus ja gelernt haben. Und ich meine, du hast ja auch so viel mit Unternehmen zu tun und die Unternehmen haben ja die Lektion gelernt, sie haben besser gelernt, auf Sicht zu fahren. Sie haben ihre Logistikketten, das hatte ich ja gestern mit dem Markus von Amazon diskutiert, Logistikketten in Krisenzeiten ja dann auch verändern. Also wir sind alle, auch der Konsument hat das gelernt, der ist jetzt auch nicht panisch und stößt alle Aktien ab und kauft das Toilettenpapier. Wir haben gelernt mit Krisen und das macht mich auch hoffnungsfroh. Ich glaube, wir haben auch tolle Handel, das möchte ich auch mal unterstreichen, weil ja auch viel Bashing betrieben wird auf die Unternehmen. Wir haben das verschlafen und sicherlich Stichwort Automobilindustrie, wir haben auch viel verschlafen, aber auf der anderen Seite haben wir sehr, sehr gute Händler, sehr, sehr, sehr erfolgreiche Händler. Handel ist ein Exportprodukt. Wenn wir anschauen, erfolgreiche Händler, da kommen ganz, ganz viele kommen aus Deutschland und haben, wir machen ja nach wie vor tolle Geschäfte, weil sie eben in der Lage sind, schnell und flexibel auf diese Änderungen dann auch zu reagieren. Und deswegen ist grundsätzlich nicht bange. Ich glaube, es wird auch aufwärts gehen, auch über die, über den Kern der Top Unternehmen, die immer nach vorne ziehen. Aber es bleibt, fürchte ich, noch auf absehbare Zeit, bleibt das volatil. Und wir müssen auch sehen, glaube ich, dass das, was wir jetzt erleben, ja kein Zufall ist, sondern der mächtigste Mann der Welt hat... Verunsicherung ist ein Geschäftsmodell. Er sagt das eine und wir wissen nicht, meint er das ernst, meint er es am nächsten Tag auch noch so? Ist genau das Gegenteil richtig von dem, was er sagt. Und das ist ja auch eine Strategie. Erstmal Zölle ankündigen, auch die Zölle sind natürlich Gift für den, gerade für den Handel, der ja davon lebt, dass er zu verlässlichen Preisen dann eben Produkte auch importieren kann. Ich habe das letztens auf einer Veranstaltung vom SPD Mittelstandsforum dann auch diskutiert. Autarkie ist ja gar keine Option. Also wenn wir uns vorstellen, natürlich könnten wir uns auch in Deutschland autark ernähren, aber wenn wir das mal so durchdenken, ohne die Bananen und die Ananas und die Öle aus anderen Ländern und was es dann alles gibt, wäre unser Leben schon ganz schön arm.

 

Joubin Rahimi

Aber Autarkie ist eine harte Form. Souveränität ist ja jetzt dieses, ich will jetzt nicht nur auf das Thema Datenschutz hinaus, sondern du kannst vom Tisch aufstehen und sagen, ich habe eine andere Handlungsoption und es ist ja egal, ob es Öl aus Russland ist, Daten Datacenter aus Amerika. Da passiert schon was in den Köpfen.

 

Kai Hudetz

100 Prozent. Also das, genau, das ist ja ein großer Unterschied. Das ist ein großer Unterschied. Und deswegen, also ich äußere mich ja wirklich ungern zu einzelnen Unternehmen, aber das, was Lidl da macht, finde ich richtig klasse. Richtig klasse aus meiner Sicht. Aus Lidl und Schwarz hat tatsächlich die Amazon Lektion gelernt. Entwickel dich weg vom Händler hin zu einem Ökosystem und mach ganz viele Sachen. Und was wir da gerade im Bereich Digitales hier aufbauen, da ist ja mit Schwarz ist auch digitale Souveränität auch ein großes Thema, finde ich schon wirklich stark. Und da mangelt es uns halt wirklich in Europa an dieser digitalen Souveränität. Wenn wir uns vorstellen, mal die ganzen amerikanischen Player würden uns den Zugang hier zu ihren Datenuniversen hier abdrehen.

 

Joubin Rahimi

Oh, das wäre fatal. Was ich spannend finde, die machen eine Menge. Wir sind ja auch von Stakit Partner und wir feiern die. Wir sind ja auch von OVHcloud Partner, die auch richtig groß sind. Wir feiern auch die. Das Spannende ist, ganz häufig geht es dann doch immer auf die Hyperscaler und die Hyperscaler machen mega Job, haben super Services. Wir haben ja auch Units, die vor allem Hyperscaler unterstützen und die Diskussion ist immer noch sehr emotional. Also auch bei uns im Haus ist sie sehr emotional. Aber wenn man das runter kocht, sage ich, naja, du kannst ja die Services nutzen, die du brauchst von Amazon, AWS und Co. Aber hab doch einen Fallback Plan. Hab doch einen Plan. Was ist, wenn die Preisschraube, wir müssen ja gar nicht mal ganz oben anfangen. Mit Trump schaltet das ab, sondern die Preisschraube immer wieder hochgedreht wird, kannst du denn jetzt einfach wechseln? Und das finde ich total spannend gerade, weil mit AI hast du wieder viel schneller die Möglichkeit zu wechseln. Und da ein Beispiel von einem unserer Kunden, die waren auf einer E-Commerce Plattform und die wurde immer teurer. Und wir haben gleiches Beispiel auf der CMS Plattform, Adobe war das jetzt, wurde auch immer teurer. Während bei der einen die teurer werden mussten, damit zu überleben, die sind jetzt pleite gegangen, der Hersteller. Insolvenz angemeldet, konnten die relativ kleines Geld wechseln aufgrund von AI. Und bei dem großen, wo es um die Preise und um die monatlichen Gebühren ging, konnten die das genauso machen, also die Kosten wieder senken. Das finde ich ist gerade, du bist einerseits schon auch immer mehr gefangen, aber mit AI hast du immer mehr die Möglichkeit schneller auch mal zu wechseln. Das macht mir auch Hoffnung, dass wir mehr souveräne Entscheidungen treffen können und die Kunden souveräne Entscheidungen.

 

Kai Hudetz

Ja, also da kann ich auch wieder eine Brücke bauen hier zur Be.inside. Du erinnerst dich an den Vortrag dann auch vom Pip Klöckner, der uns ja auch Hoffnung gemacht hat, das AI dann vielleicht die Probleme auch lösen kann, die es jetzt verursacht. Also wenn wir uns eben anschauen, Wasser hier, die enorme Liter, was glaube ich pro Anfrage geht durchs System. Der Energieverbrauch ist ja ein Irrsinn. Aber wir haben glaube ich schon die Hoffnung, dass eben KI, weil es dieser enorme Effizienzhebel ist, eben weil so viel schneller Sachen zu einem guten Ergebnis bringen kannst, was uns dann auch helfen wird, diese Probleme dann auch zu lösen. Hast du tolle Beispiele dir ja auch genannt. Und ich glaube, das wird jetzt enorm wichtig sein, weil das gehört eben zu einer Krisenresilienz und die brauchen wir dazu, dass ich die entsprechenden Alternativen aufmachen kann, schnell aufmachen kann, dass wenn die Welt noch verrückter wird, in welcher Hinsicht auch immer. Und wir haben das ja im Bereich Logistik gesehen. Wir haben es im Bereich Energieversorgung hier gesehen. Und wenn wir das eben auch in dem Bereich Digitalressourcen sehen, dann müssen wir in der Lage sein, ja trotzdem zu überleben. Und wir wissen alle, inzwischen ist eben die digitale Infrastruktur zum Überleben genauso wichtig wie die Energieinfrastruktur.

 

Joubin Rahimi

Und das ist ein super Schlusswort. Wir haben KI gestriffen, wir haben das Wetter gestritten, die Volatilität Souveränität.

 

Kai Hudetz

Wir haben Brücken gebaut hin zur INSIGHTS, wo wir dann über den hier B2Best Barometer. Da freue ich mich. Da bist du auch mit stellen wir zusammen hier vor

 

Joubin Rahimi

zusammen oder auch noch mit dem klaus wir haben ja wir haben ja Verstärkung bekommen und da freue ich mich drauf 27 dann halt die volle Studie wird cool und danke für die Unterstützung in dem ganzen Umfeld.

 

Kai Hudetz

Vielen dank. Hat spaß gemacht. Danke.

 

Du hast Fragen oder Feedback?

Dann kontaktiere uns gerne direkt.

Joubin Rahimi
Managing Partner synaigy GmbH

Vertiefe dein Wissen mit uns

Jetzt Blog abonnieren und keine News mehr verpassen

✔️kostenlos ✔️jede Woche News ✔️Expertenwissen

Bleiben Sie mit dem TIMETOACT GROUP Newsletter auf dem Laufenden!

INSIGHTS Conference 2026

Prompt the Future – Together!

23. April 2026 · smartvillage Köln